Altes Testament

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Das Buch Amos ist nicht so stark wie andere Prophetenbücher heilsgeschichtlich ausgerichtet. Es betont mehr die Kritik des Propheten an der Gesellschaft seiner Zeit, welche auf das kommende Gericht zusteuerte. Insofern hat es auch uns heute einiges zu sagen.


 

Einleitung

Das Buch Amos („Last“, „Lastträger“) ist nach Hosea und Joel das dritte in der abschließenden Reihe der Prophetenbücher des Alten Testamentes, welche von den Juden in einer Buchrolle unter dem Titel: „Die Zwölf“ zusammengefasst wurde. In unseren deutschen Bibeln werden diese Propheten aufgrund der relativen Kürze ihrer Bücher gegenüber den Büchern Jesaja, Jeremia und Hesekiel als „Die kleinen Propheten“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist nicht ganz glücklich, denn die besagten zwölf Propheten machen trotz der geringeren Länge ihrer Prophetien dennoch wichtige Aussagen.

Die Prophetie von Amos fügt sich nach ihrer inhaltlichen Struktur weitgehend in die Reihe der anderen Prophetien des Alten Testamentes ein. Amos musste (wie auch die anderen Propheten Gottes) zum einen Aussagen machen, welche sich in seiner eigenen Zeit erfüllten und ihm bei seinen Zeitgenossen Autorität verliehen. Andererseits musste er insbesondere in seinem letzten Kapitel eine Prophetie über die Entstehung der Gemeinde des Neuen Testamentes bekanntgeben, welche wir in Apg 15,15-16 als erfüllt erkennen können. Im Neuen Testament wird an verschiedenen Stellen klar bestätigt, dass die Propheten des Alten Testamentes über die Gemeinde Jesu Christi und die Segnungen des Reiches Gottes für die neutestamentlichen Gläubigen geredet haben.

Apg 3,18-24: „Gott aber hat das, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigte, dass nämlich der Christus leiden müsse, auf diese Weise erfüllt.
19 So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen
20 und er den sende, der euch zuvor verkündigt wurde, Jesus Christus,
21 den der Himmel aufnehmen muss bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat.
22 Denn Mose hat zu den Vätern gesagt: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern; auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird«.
23 Und es wird geschehen: Jede Seele, die nicht auf diesen Propheten hören wird, soll vertilgt werden aus dem Volk.
24 Und alle Propheten, von Samuel an und den folgenden, so viele geredet haben, sie haben auch diese Tage im Voraus angekündigt.“

1Pe 1,10-12: „Wegen dieser Errettung haben die Propheten gesucht und nachgeforscht, die von der euch zuteilgewordenen Gnade geweissagt haben.
11 Sie haben nachgeforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist des Christus in ihnen hindeutete, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgenden Herrlichkeiten zuvor bezeugte.
12 Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekannt gemacht worden ist durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde – Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren.“

2Pe 1,20-21: „Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist.
21 Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“

 

Erst in der Rückschau vom Standpunkt des Neuen Testamentes aus betrachtet können zahlreiche Aussagen der Propheten besser eingeordnet werden. In der Gesamtschau werden jedoch etliche Worte bis zur Wiederkunft des Herrn weiterhin rätselhaft bleiben. Insbesondere bei der Auslegung biblischer Prophetie müssen wir daher eine demütige Stellung vor dem Herrn einnehmen und uns stets der Tatsache bewusst bleiben, dass die Heilige Schrift in ihrer Gesamtheit wie ein weites Meer ist, dessen Tiefen wir als Menschen nur begrenzt ausloten können. Nur Gott der Vater, der Sohn Jesus Christus und der Geist Gottes wissen alles. Nur ihnen gehört unser Vertrauen, nur ihnen gebührt alles Lob, alle Ehre und alle Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit.

 

 

Prinzipien zur Auslegung alttestamentlicher Prophetie

Bevor wir an den eigentlichen Text herangehen, möchten wir zunächst einen kurzen Blick auf die wesentlichen Prinzipien alttestamentlicher Prophetie werfen. Sie werden uns das Verständnis des Buches Amos erleichtern.

Erstens: Der Name des Propheten Amos bringt uns zu einem gewissen Verständnis der seelischen und geistlichen Befindlichkeit, welche die meisten alttestamentlichen Propheten kennzeichnete. Sie waren Lastträger Gottes. Gott selbst hatte ihnen eine Botschaft als Last auf die Seele gelegt, und sie konnten diese Last nur erleichtern oder ablegen, indem sie das Wort verkündigten. Die Konsequenzen dieser Verkündigung waren für die Propheten bisweilen hart und schwer, so wie wir es wohl am eindrucksvollsten bei Jeremia erkennen können. Jeremia selbst kündigte in seinem Dienst etliche Jahrzehnte nach Amos sogar Gericht an für die Menge der falschen Propheten, welche das Wort „Last des Herrn“ zu Unrecht in den Mund nehmen würden, um dem Volk wohlklingende Lügen zu weissagen (Jer 23,30-39).

Die falschen Propheten waren immer populär. Die echten Propheten Gottes waren keine große Menge, sondern nur einzelne Männer. Sie standen nicht mit einem Mikrofon auf einer Kanzel oder einer Bühne vor andächtigen Zuhörern, welche ihnen ihre wohlklingenden Worte von den Lippen ablasen. Sie mussten vielmehr inmitten des Volkes und Auge in Auge mit ihren Verfolgern und Gegnern stehen, um die Wahrheit aus der Gegenwart Gottes auszusprechen. Außerdem mussten sie auch noch gegen die Lügen der falschen Propheten angehen, wie wir es besonders bei Elia, Jeremia und Hesekiel erkennen können.

Einige von ihnen wurden ausgegrenzt oder lächerlich gemacht, andere verbannt. Sie mussten sich verbergen oder flüchten. Wiederum andere wurden schwer misshandelt, eingesperrt oder sogar umgebracht. Auch Amos wurde in Kapitel 7 seines Buches von dem Priester Amazja aufgefordert, den Norden zu verlassen und nach Juda zu fliehen, nachdem man seine Weissagungen nicht mehr länger ertragen wollte. Es war somit im Alten Testament keine Leichtigkeit, ein Prophet Gottes zu sein, sondern es war ein sehr schwerer Dienst.

Zweitens: Es gab im Alten Testament handelnde, redende und schreibende Propheten, welche entweder im Auftrag Gottes gewisse Symbolhandlungen durchzuführen hatten, gewisse Worte verkündigten, Visionen empfingen und/oder die Bücher der Heiligen Schrift für die Nachwelt verfassten. Die Propheten handelten, redeten oder schrieben ihre Bücher dabei unter der unmittelbaren Einwirkung des Heiligen Geistes, welcher sie antrieb und ihnen ihre Handlungsanweisungen erteilte, sowie ihnen ihre Visionen oder Wortprophetien eingab.

Dabei wussten die Propheten Gottes nicht immer genau, was ihre eigenen Worte letztlich beinhalteten, sondern sie fragten sich bisweilen selbst, zu welcher Zeit und auf welche Art und Weise die Erfüllung kommen sollte. Teilweise Erfüllungen ihrer Prophetien durften sie zwar erleben, große Teile lagen jedoch in der näheren oder ferneren Zukunft. Ebenso waren sie sich oftmals nicht dessen bewusst, dass ihre Prophetien einmal als Teile der gesamten Heiligen Schrift in engem Zusammenhang stehen würden. Sie waren ja meist in ihrem eigenen Wirken durch Raum und Zeit voneinander getrennt.

Das Neue Testament sagt uns deutlich, dass alle schreibenden Propheten von Samuel bis Maleachi in unterschiedlicher Weise über den Messias Israels und der Welt sowie über die Gemeinde der Gläubigen des neuen Bundes geschrieben haben, ohne sich dessen klar bewusst zu sein. Wir haben die betreffenden Schriftstellen bereits angeführt. Es trifft daher keinesfalls zu, dass die Gemeinde des Neuen Testamentes im Alten Testament nicht erwähnt wird. Es ist vielmehr so, dass die Worte der alten Propheten unmittelbar in unsere heutige Situation hineinsprechen, und dass die Christen bei richtigem Verständnis dieser Prophetien Belehrung, Trost und Hoffnung zum standhaften Ausharren empfangen können.

Rö 15,4: „Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen.“

 

Drittens: Alle damaligen Propheten standen zu ihrer Zeit zunächst einmal fest auf dem Boden der Realität. Gott berief sie aus der konkreten Situation ihres eigenen Lebens heraus zum Dienst. Die Berufung der Propheten war teilweise dramatisch wie etwa bei Jesaja oder Hesekiel, welche zuerst ihren Gott in seiner ganzen Herrlichkeit kennenlernen mussten, bevor sie dazu in die Lage versetzt wurden, ihren Dienst tun zu können. In ihren Prophetien hatten sie dann zunächst die konkreten Umstände im Volk Gottes und in der Welt zu analysieren, um danach das Handeln Gottes in Bezug auf diese Umstände zu verkünden. Diese Verkündigung stieß meist auf Unverständnis und heftigen Widerstand der Zuhörer, denn sie deckte grobe Mängel im Leben des Volkes Gottes auf.

Gott selbst legitimierte seine Propheten dadurch, dass er ihnen zu Beginn größtenteils Prophetien für die nähere Zukunft gab, welche sich dann auch vor den Augen des Volkes erfüllten. Infolge dieser Erfüllungen hatten die Propheten gottgegebene Autorität und konnten in einem weiteren Schritt Prophetien verkündigen, welche zum Teil weit in die Zukunft des Volkes und weit über ihr eigenes Leben hinausreichten. Diese Prophetien wurden dann von den gläubigen Menschen im Volk angenommen, und ihre Erfüllung als Wort Gottes wurde über Generationen hinweg treu erwartet.

Viertens: Aus dem bisher Gesagten folgt unmittelbar, dass die Prophetien des Alten Testamentes verschiedene Deutungsebenen aufweisen, welche von der Zeit ihrer Entstehung bis in unsere eigene Zeit hinein anwendbar geblieben sind. Wir können heute auf die Jahrtausende zurückblicken. Wir kennen historische Hintergründe der Prophetien, und wir können auch auf bereits erfüllte Prophetien in der Geschichte zurückschauen.

Manchmal hat genau das gleiche Wort, welches in der Zeit des jeweiligen Propheten konkret gültig war, eine ebenso konkrete Gültigkeit für uns heute. Dies betrifft sowohl Aspekte der christlichen Lehre als auch praktische Aspekte unseres täglichen Wandels im Glauben und unserer täglichen äußeren Umstände. Beachtenswert ist zudem die heilsgeschichtliche Bedeutung zahlreicher alttestamentlicher Prophetien. Dies gilt natürlich auch für den Propheten Amos, welcher über die Situation Judas und Ephraims im Alten Testament ebenso geredet hat wie über die Entstehung der neutestamentlichen Gemeinde.

 

 

Kurzer historischer Überblick über die Zeit von Amos

Amos war ein Vorläufer der Propheten Jesaja, Micha und Hosea. Der Prophet Jesaja wurde im Todesjahr des Königs Ussija von Juda zum Dienst berufen (Jes 6,1). Er diente in Jerusalem zur Zeit der Könige Jotam (16 Jahre nach 2Kö 15,33), Ahas (16 Jahre nach 2Kö 16,2) und Hiskia (29 Jahre nach 2Kö 18,2) bis in die erste Zeit des Königs Manasse, des Sohnes Hiskias. Sein Dienst überspannte also einen Zeitraum von 51 Jahren bis zu Hiskias Tod und danach noch ein wenig mehr unter Manasse. Nach jüdischer Tradition wurde Jesaja von dem gottlosen Manasse hingerichtet.

Amos diente etwas früher, denn er begann seinen Dienst zur Zeit des Königs Ussija. Er lebte außerdem zur Zeit der Herrschaft des Königs Jerobeam II von Israel. Ussija kam im 27. Jahr von Jerobeam II auf den Thron Judas (2Kö 15,1). Er regierte für 14 Jahre zeitgleich mit Jerobeam II bis zu dessen Tod, und danach noch weitere 38 Jahre. Wir können somit den Dienst des Propheten in einen Teilabschnitt dieser Zeit von 14 Jahren einordnen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden die Weissagungen innerhalb einer Zeitspanne von weniger als zwei Jahren gegeben (vergleiche hierzu 1,1 sowie 8,8 und 9,5).

Jerobeam II war wie alle Könige des Nordens ein ungläubiger König und regierte insgesamt 41 Jahre. Er eroberte Gebiete in Syrien/Aram bis nach Damaskus und Haram (2Kö 15,23-29). Seine Herrschaft war somit eine Zeit wirtschaftlicher und politischer Blüte im Nordreich, in welcher auch der religiöse Dienst der goldenen Kälber in Dan und Bethel florierte. Die Menschen strömten in Massen zu den falschen Heiligtümern und betrieben dort ihren Götzendienst, welchen der erste König des Nordreiches, nämlich Jerobeam I etwa 200 Jahre zuvor eingeführt hatte. Zu gleicher Zeit kam es im Gesellschaftsleben zu einer immer stärkeren Gesetzlosigkeit mit Betrug und Unterdrückung der Armen durch die Reichen. Am Ende kämpfte auf allen Ebenen der Gesellschaft jeder gegen jeden. Jeder war sich selbst der Nächste, egal ob arm oder reich, so wie es bis in unsere Zeit hinein kennzeichnend ist für gottlose Gesellschaften.

Amos übte in seinem Alltagsleben den Beruf eines Hirten und Maulbeerfeigenzüchters aus. Man könnte ihn nach heutigen Maßstäben vielleicht mit einem Kleintier- und Kartoffelzüchter vergleichen, denn die Maulbeerfeigen waren zu seiner Zeit eine Frucht für die kleinen Leute. Amos zog wie alle seine Kollegen mit seinen Erzeugnissen auf die lokalen Marktplätze und verkaufte sie dort. Er stammte aus dem Dorf Tekoa im nördlichen Gebiet von Juda und hatte nur etwa 20 Kilometer bis zur Grenze des Nordreiches zurückzulegen. Gott rief Amos aus seiner Arbeit heraus zum Dienst und schickte ihn zuerst in das etwa 25 Kilometer entfernt liegende Bethel, wo eines der beiden Kälber Jerobeams I stand.

Amos musste dort in seiner ersten öffentlichen Rede alle vorherrschenden Missstände anprangern und verschiedene Plagen ankündigen: Missernten, Hunger, Heuschreckenplagen und ein schweres Erdbeben, welches innerhalb von zwei Jahren nach dem Beginn seiner Verkündigung kam und das ganze Land verwüstete (1,1). Danach folgten weitere Prophetien, welche im Gegensatz zu der ersten Rede nicht mehr genau datiert sind. Wir können mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass alle Prophetien noch vor dem Erdbeben gegeben wurden (vergleiche 8,8 und 9,5). Schließlich musste er über den Untergang des Reiches reden. In der Stille vor seinem Gott durfte er hin und wieder auch als Fürbitter für das Volk auftreten, wie wir in Kapitel 7 sehen werden.

Insgesamt ist das Buch Amos nicht so stark wie andere Prophetenbücher heilsgeschichtlich ausgerichtet, wenn wie einmal von Kapitel 9 absehen. Es betont mehr die Kritik des Propheten an der Gesellschaft seiner Zeit, welche auf das kommende Gericht zusteuerte. Insofern hat es auch uns heute entsprechend unserem vierten Prinzip zur Auslegung der Prophetie einiges zu sagen. So wollen wir nun in die Auslegung des Textes einsteigen.

 

 

Kapitel 1

Vers 1 bringt uns die Datierung der Prophetie, zwei Jahre vor dem Erdbeben unter der Herrschaft Ussijas und Jerobeams II. In den Reichen beider Könige lief es äußerlich betrachtet gut. Im Norden bestand jedoch der gottlose Kälberdienst, und im Süden schickte der König Ussija sich in seinem Hochmut dazu an, im Tempel Gottes zu opfern. Er wurde aussätzig an der Stirn, er musste bis zu seinem Tod in einem abgesonderten Haus wohnen, und sein Sohn Jotam führte kommissarisch die Regierungsgeschäfte. Es gibt unter den zahlreichen jüdischen Traditionen auch eine solche, nach welcher das Erdbeben in zeitlichem Zusammenhang mit der Sünde Ussijas stand. Wir wissen es letztlich nicht genau.

2Chr 26,16+21: „Als er aber stark geworden war, überhob sich sein Herz zu seinem Verderben, und er versündigte sich an dem HERRN, seinem Gott, indem er in die Tempelhalle des HERRN ging, um auf dem Räucheraltar zu räuchern.
21 So war der König Ussija aussätzig bis zum Tag seines Todes und wohnte als Aussätziger in einem abgesonderten Haus; denn er war vom Haus des HERRN ausgeschlossen, und sein Sohn Jotam stand dem Haus des Königs vor und richtete das Volk des Landes.“

 

Die Prophetie von Amos war eine Warnung an beide Könige und ihre Völker. Sie war ein Warnruf, ein Brüllen des Löwen von Juda aus dem Heiligtum in Jerusalem und im Himmel. Der Vers steht in unverkennbarem Zusammenhang mit Kapitel 3,7-8. Der Herr tut nichts, was er nicht zuvor aus seinem Heiligtum, aus dem himmlischen Zion heraus seinen Propheten geoffenbart hat. Auch dort finden wir das Brüllen des Löwen als einen ernstlichen und erschreckenden Weckruf. Der Löwe brüllt, bevor er sich auf seine Beute stürzt. Der Herr möchte retten, denn er warnt ernstlich und wiederholt, bevor er richten muss.

Hier in Vers 2 kommt der Warnruf zunächst wohl in Gestalt einer schweren Dürre auf dem Karmel. Der Karmel war ja der große Opferberg der Götzenpriester im Nordreich, so wie wir es bei Elia in 1Kö 18,19-46 erkennen können. Somit deutet unser Vers über die tatsächliche Erfüllung in der Realität hinausgehend in geistlicher Hinsicht auch auf das bald kommende völlige Versagen der heidnischen Priesterschaft im Nordreich hin, welches durch das damals bereits in der Vergangenheit liegende Gericht zur Zeit Ahabs und Elias vorgeschattet war. Es wird sich beim Untergang des Reiches endgültig erfüllen.

Wir können uns in diesem Augenblick lebhaft vorstellen, wie Amos in Bethel beim Heiligtum steht und seinen Ruf in die Menge sendet. Er hat kein Mikrofon oder andere technische Methoden zur Stimmverstärkung. Er muss das Wort des Herrn aus seinem Heiligtum kommend hinausrufen, er muss brüllen wie der Löwe aus Zion, denn er ist ja hier der Prophet des großen Löwen von Juda. Die Menge läuft sofort zusammen und hört gebannt zu. Die einzelnen Botschaften beginnen jeweils mit dem kurzen Satz: „So spricht der Herr“ (1,3+6+9+11+13; 2,1+4+6). Es sind alles Gerichtsworte, denn der Löwe brüllt zuerst, bevor er endgültig zugreift.

In den Versen 3-5 wird das Gericht der Vernichtung durch Feuer und der Gefangenschaft über Syrien und besonders über das Tal um Damaskus verhängt. Es ist das Tal des Frevels oder der Sünde (Awen) und das Haus der Lust (Beth-Eden) in Vers 5. Sie gehen nach Kir in die Verbannung. Die Erfüllung kam durch den Assyrer. Jer 49,23-27 und Jes 17 stehen parallel.

In den Versen 6-8 geht es gegen die Philister. Sie haben die Bevölkerung ihres Gebietes bei der Eroberung an Edom ausgeliefert, wo sie dem sicheren Tod preisgegeben waren. Deshalb werden auch sie selbst dem Tod preisgegeben. Sie wurden in der Eroberung durch die Assyrer zunächst schwer gezüchtigt. In dem späteren Konflikt zwischen Ägypten und Babylon zur Zeit Jeremias kam die völlige Vernichtung über sie. Siehe hierzu auch folgende Stellen: Jer 47,1-7; Hes 25,15-17.

Die Verse 9-10 reden über Tyrus. Auch sie haben viele Menschen an Edom ausgeliefert und den Bruderbund nicht beachtet. Salomo hatte einen Friedensbund mit den Tyrern, und der König Hiram lieferte ihm sogar das kostbare Zedernholz für den Tempel und das Libanonhaus in Jerusalem. Jakob hatte bei seiner Rückkehr aus Aram in Syrien, wo er bei Laban gedient hatte und wo seine Verwandten wohnten, aus welchen er auch seine Frau Rahel erhielt, einen Friedensbund mit seinem Bruder Esau (dem Vater der Edomiter) geschlossen. Auch die Tyrer werden vernichtet. Dies geschah in drei Angriffen. Nebukadnezar griff zweimal an und zerstörte die Stadt an der Küste, Alexander der Große brachte schließlich die endgültige Vernichtung auch über die Seefestung. Die Kapitel Hesekiel 26-28 berichten uns ausführlich über diese Dinge.

In den Versen 11-12 geht es gegen Edom, den schlimmsten Hasser seines Brudervolkes Israel/Juda. Der Hass Edoms zieht sich durch die gesamte Geschichte Israels, und er steht letztlich sogar für den Hass der Verfolger des Volkes Gottes im Allgemeinen. Edom symbolisiert Hass, so wie Moab Bequemlichkeit und Hochmut symbolisiert. Edom hat seinen Bruder Israel erbarmungslos zerfleischt. Der letzte edomitische Terrorist, welcher unter der Zulassung Gottes über Israel herrschen durfte war Herodes der Große, der von den Römern eingesetzte Idumäer (Edomiter). Er versuchte sogar den Herrn selbst umzubringen. Edom wird völlig vernichtet werden. Parallelstellen: Jes 34; Jes 63,1-6; Jer 49,7-22; Hes 25,12-14; Hes 35. Historisch gesehen geschah der Untergang auch hier in mehreren Phasen. Zuletzt wurde das Gebiet Edoms in der christlichen Frühgeschichte von den Nabatäern erobert. Im Mittelalter folgten ihnen die Moslems. In unserer Zeit bilden die Gebiete der alten Völker Edom, Ammon und Moab das Land Jordanien, welches von haschemitischen Arabern bewohnt wird, sowie von zahlreichen Palästinensern, einem Mischvolk von nicht eindeutig geklärter Herkunft. Die alten Völker sind längst untergegangen.

Die Verse 13-15 reden über die Ammoniter. Sie haben in Gilead ihre Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung verübt und Schwangere aufgeschlitzt, um ihr eigenes Gebiet zu erweitern. Ihre Festungen werden verbrannt, und ihr König geht in die Gefangenschaft. Auch hier haben Assyrer und Babylonier aufeinander folgend das Gericht vollstreckt. Parallelstellen sind hier: Jer 49,1-6; Hes 25,1-7.

Die Leute sind an diesem Punkt der Rede des Propheten hellauf begeistert! „Endlich einmal ein guter Prophet! Er verkündigt das kommende Gericht über alle unsere Feinde, welche uns seit Jahrhunderten bedrängen.“ Amos wird eine Menge Applaus bekommen haben. Es wird ihm zu Beginn seiner Rede so ähnlich ergangen sein wie manchen berühmten Medienpropheten unserer heutigen Zeit. Er durfte ja zunächst einmal günstige Dinge für Israel ankündigen. Der Hammerschlag des Wortes Gottes sollte jedoch bald danach folgen.

Letztlich ist die Verkündigung des Amos aus Gottes Sicht natürlich nicht mit den heute so populären Propheten der geistlichen Kriegführung in der Hypercharismatik oder sogar in Teilen der katholischen Kirche zu vergleichen, welche sich erdreisten, Flüche und Exorzismen über alle möglichen Dämonen auszusprechen. Sie geben vor, die geistlichen und auch äußerlichen Feinde Gottes in die Vernichtung hineinbeten zu können.

Auch die Wohlstandevangelisten stehen hoch im Kurs. Wenn du nur genug Glauben hast, dann kannst und wirst du alles bekommen. „Name it, claim it!“ (Wahlspruch der Wort-des-Glaubens-Bewegung des inzwischen verstorbenen Satanisten Kenneth Hagin und seines noch lebenden Genossen Kenneth Copeland, weiterhin repräsentiert durch Leute wie Joyce Meyer oder Benny Hinn). Ihre Prophetien sind Musik in den Ohren laodizäischer Namenschristen, welche ihr Heil in dieser Welt suchen und das Kreuz verleugnen. Sie leben für ihren Bauch und sind Feinde des Kreuzes. Der Herr wird sie richten müssen, wenn er wiederkommt.

Phil 3,18-19: „Denn viele wandeln, wie ich euch oft gesagt habe und jetzt auch weinend sage, als Feinde des Kreuzes des Christus;
19 ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, sie rühmen sich ihrer Schande, sie sind irdisch gesinnt.“

Off 3,15-17: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst!
16 So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.
17 Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! – und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt.“

 

 

Kapitel 2

Die Leute um Amos herum sind inzwischen bestens gelaunt. Nun kommen auch noch die Moabiter an die Reihe (Verse 1-3). Sie haben die Gebeine des Königs von Edom, des Bruders Israels, zu Kalk verbrannt. Auch ihre Paläste werden mit Feuer verbrannt. Die Richter werden ausgerottet und die Fürsten werden umgebracht. Parallelstellen hierzu sind: Jes 15; Jes 16; Jes 25,10-12; Jer 48; Hes 25,8-11. Die Gerichtsworte erfüllten sich über Jahrhunderte hinweg unter der Herrschaft Assyriens und Babylons.

Ab Vers 4-5 werden die Zuhörer plötzlich etwas nachdenklicher. „So spricht der Herr!“. Nun geht es nämlich gegen Juda. Moment mal: der Prophet kommt doch selbst aus Juda, und er redet hier gegen sein eigenes Volk. Die Einschläge kommen nun schon deutlich näher. Juda hat das Gesetz vom Sinai verachtet und ist denselben Lügen gefolgt wie schon ihre Väter. Die Zerstörung des Landes und der Stadt Jerusalem wird geweissagt. Sie kam knapp 200 Jahre später durch die Babylonier. Einige der Zuhörer sind nachdenklich geworden. Amos wird doch nicht auch uns selbst noch etwas zu sagen haben? Was da wohl noch kommen mag?

In Vers 6 ist es dann soweit. Der Löwe hat zuerst ein paarmal gebrüllt, und jetzt packt er zu. „So spricht der Herr: Wegen drei oder vier Übertretungen von Israel werde ich es nicht abwenden.“ Es entsteht zunächst eine gewisse Schockstarre unter den Zuhörern, welche dem Propheten die Gelegenheit gibt, seine erste Botschaft unwidersprochen zu verkündigen. Die Masse ist für einen Augenblick erschrocken und gelähmt.

Sie verkaufen den Gerechten um Geld, so wie der Verräter Judas auch Jahrhunderte später den vollkommen Gerechten, den Herrn Jesus Christus, in Jerusalem für 30 Silberlinge überliefert hat. Wir haben hier ein bestechliches Rechtssystem, über welches zum Beispiel auch der Prophet Habakuk klagen musste. Diese Dinge sind bis in unsere Zeit hinein unverändert aktuell. Bis zur Ankunft des Herrn werden Menschen immer wieder unter korrupten Richtern und politischen Führern zu leiden haben, welche für Geld und Macht ihre eigene Mutter verkaufen würden. Die gleichen Leute sitzen auch über die Armen zu Gericht, enteignen und verdrängen sie immer weiter. Für den Herrn sind alle diese Dinge unerträglich und er wird sie richten an seinem Tag. Der Herr liebt die Witwen und Waisen, und er kümmert sich gerne um sie. Ihre Unterdrücker gehen ohne es zu wissen dem schrecklichsten Augenblick ihrer Existenz entgegen.

Sie gieren so sehr nach fremdem Besitz und insbesondere nach Grundbesitz, dass sie dem Armen sogar den Staub missgönnen, den er zur Trauer auf sein Haupt gestreut hat. Sie stoßen den Wehrlosen vom Weg. Sie gehen zu den Prostituierten, oftmals sogar der Vater und der Sohn zu der gleichen Frau. Auf gepfändeten Kleidern strecken sie sich zur Tempelprostitution vor den Altären aus, und sie betrinken sich von den erpressten Geldabgaben der Armen. Die Immobilienhaie und der elitäre Club der internationalen Großbanker unserer Zeit sind nicht besser als die damaligen.

Wir haben hier außerdem zu denken an eine korrupte Politikerkaste, welche wir auch in unserer Zeit nur allzu gut kennen. Der Arbeiter muss lebenslang für eine Hungerrente schuften, der/die Abgeordnete erwirbt durch eine einzige Legislaturperiode als Minister/in einen üppigen Rentenanspruch. In einer Spitzenposition jettet er/sie auf Kosten der Steuerzahler rund um die Welt, und überall wird er/sie, ebenfalls auf Staatskosten, fürstlich empfangen und bewirtet. In luxuriösen internationalen Konferenzzentren werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter gewaltigem Polizeischutz geheime Beschlüsse zur weiteren Versklavung der unterdrückten Bevölkerung gefasst. Schon während ihrer Amtszeit organisiert der Staat für die absoluten Spitzenleute die Domizile an den paradiesischen Orten dieser Erde, in welche sie sich nach dem Ende ihres Tuns zurückziehen. Die Zustände sind auch bei uns wieder einmal unerträglich geworden. Es wird Wasser gepredigt und Wein gesoffen.

Der Herr kennt alles bis in die kleinsten Einzelheiten hinein, denn er ist bei jeder noch so geheimen Konferenz als unsichtbarer Beobachter dabei. Er kennt jedes Wort, welches hinter den hermetisch verriegelten Türen der Konferenzräume gesprochen wird, ja sogar jeden Gedanken. Er wird auch nicht ein einziges kleines Detail davon vergessen. Er wird handeln zu seiner Zeit. Am Ende wird er auf seinem großen weißen Thron sitzen und sie alle richten in Gerechtigkeit. Keiner wird entkommen. Zurück zum Text.

In den Versen 9-10 waren sie selbst einmal Flüchtlinge aus Ägypten gewesen, und Gott hatte für sie die starken Amoriter ausgerottet, um ihnen das verheißene Land geben zu können. Das haben sie längst vergessen, seit es ihnen so gut geht. Auch heute ist es wieder so. Im Wohlstand vergisst der Mensch Gottes Gnade und seine eigene Abhängigkeit. Während die Kriegsgeneration in ganz Europa zu großen Teilen noch gläubig war, geht es heute im gottlosen Materialismus nur noch um Wohlstand. Die gesamte Gesellschaft in allen ihren Schichten ist von dieser Verderbnis durchdrungen. Das Recht des Stärkeren oder des Schlaueren ist das große Prinzip. Die Party neigt sich jedoch allmählich ihrem Ende entgegen. Es wird immer klarer erkennbar, dass unser gegenwärtiges System wieder einmal einem dramatischen Kollaps entgegengeht. Was danach folgen wird, weiß der Herr allein. Als Gläubige dürfen wir ihm vertrauen, denn er wird keinen Fehler machen.

In den Versen 11-12 sind die Nasiräer (die geweihten und hingegebenen Männer Gottes in damaliger Zeit) und die Propheten zu ihnen gekommen. Sie haben den Nasiräern Wein zu trinken gegeben, was diesen nach 4Mo 6 verboten war. Mit anderen Worten: sie haben sie entheiligt und sie in ihre gottlosen Wege mit hineingezogen. Den Propheten haben sie das Reden verboten, weil sie deren Botschaften nicht länger ertragen konnten. Sie haben die Warnleuchte kaputtgeschlagen, anstatt den Fehler zu beheben, auf den die Leuchte hinweist. Nun steht der Prophet Amos vor ihnen. Auch ihm wird in Kapitel 7 das Rederecht in Israel entzogen werden. Auch Amos wird Predigtverbot und Lehrverbot bekommen.

Ab Vers 13 wird Gott zunächst damit beginnen, dass er ihnen gewissermaßen Sand ins Getriebe gibt. Ihr Wagen kommt nicht mehr von der Stelle, egal wie viel sie sich anstrengen, ihn flott zu machen. Das System läuft einfach nicht mehr so weiter, es dekompensiert auf allen Ebenen. In den Versen 14-16 kommt dann die Vorhersage des feindlichen Angriffs. Keiner wird schnell genug fliehen können, keiner wird stark genug sein um diesen Feind zu besiegen. Kein Bogenschütze wird standhalten, der Schnellste wird nicht mehr entfliehen können. Auch die letzten wirklich tapferen Helden werden umkommen und entblößt werden.

Wir können uns vorstellen, wie die Stimmung der Zuhörer an diesem Tag innerhalb kurzer Zeit umschlägt. Amos ist nun nicht mehr der populäre Wohlstandsprophet, sondern ein wahrer Prophet Gottes. Wir wissen nicht, was sich ereignet hat. Es könnte sein, dass Amos einfach weggeschickt wurde. Vielleicht hat man ihn aber auch angegriffen, sodass er seine Sachen zurücklassen und flüchten musste.

Jedenfalls ist er von diesem Tag an in Bethel vorgemerkt als ein unangenehmer Störer. Er hat im Gehorsam den Auftrag Gottes ausgeführt, unabhängig von den äußeren Resultaten seiner Verkündigung. Er hat die Probe bestanden und echten Prophetendienst getan. Deshalb wird Gott ihm auch noch weitere Worte geben.

Amos wird diese Worte innerhalb der kommenden Monate oder etwa zwei Jahre empfangen und verkündigen müssen. „Hört dieses Wort!“ (3,1; 4,1; 5,1). „Wehe denen…!“ (5,18; 6,1). „Das ist der Ausspruch…“ (6,8). „Dies ließ Gott der Herr (er) mich schauen…“ (7,1; 7,7; 8,1). Zuletzt wird es in 9,1 heißen: „Ich sah den Herrn am Altar stehen…“ Hier ist der Götzenaltar in Bethel gemeint, denn Amos soll ihn schlagen und seine Schwellen zerschmettern. Es war demnach so, dass Amos immer wieder in gewissen Abständen nach Bethel zurückkehren musste, um seine Botschaften aus der Gegenwart Gottes auszurufen. Er musste immer wieder brüllen wie der Löwe. Auch Amos brauchte wie alle anderen Propheten Gottes sehr viel Mut, um sich im Auftrag des Herrn immer wieder seinen Gegnern zu stellen.

 

 

Kapitel 3

Verse 1-2: Höre dieses Wort gegen dich, Israel! Es gibt keine Ausnahme, es geht gegen das ganze Volk des Nordens, welches einst aus Ägypten herausgeführt wurde. Sie sind der Sklaverei der Nationen entronnen und haben sich selbst in die Sklaverei ihrer eigenen Sünde, ihrer Faulheit, ihrer Ungerechtigkeit und des Götzendienstes hineingebracht. Sie sind in ihren eigenen Fallen gefangen worden. Sie waren von Gott erkannt und der Herr hatte ihnen alle seine Aussprüche kundgetan. Sie hatten deswegen eine viel höhere Verantwortung als alle anderen, welche von den Dingen des wahren Gottes nichts wissen. Deshalb werden sie jetzt von Gott strenger gezüchtigt werden müssen. Dies ist ein biblisches Prinzip:

Luk 12,48: „…wer ihn aber nicht kannte und doch tat, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge erleiden müssen. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern.“

Rö 3,1-2: „Was hat nun der Jude für einen Vorzug, oder was nützt die Beschneidung?
2 Viel, in jeder Hinsicht! Denn vor allem sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden.“

 

Vers 3: Hier finden wir zunächst einmal klare und einfache Logik in Beziehungen zwischen Menschen, gleichzeitig auch den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, so wie er unter dem Gesetz des alten Bundes gültig war. In heutiger Zeit sind diese Dinge sowohl praktisch als auch geistlich anzuwenden. Die Logik gilt ebenso für die Beziehung zwischen Mensch und Gott. Man kann als Mensch nur zusammen mit dem Herrn gehen, wenn man zuvor mit ihm übereingekommen ist. Das kann nur geschehen in der Errettung und Erlösung des Menschen, in der Annahme durch Gott und in der Vergebung der Sünden. Auf diese Annahme Gottes folgt in neutestamentlichem Sinn die Sohnschaft des Gläubigen, welche im Alten Testament in der Sohnschaft des irdischen Israel vorgeschattet war.

2Mo 4,22-23: „Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht der HERR: »Israel ist mein erstgeborener Sohn;
23 darum sage ich dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient; wenn du dich aber weigern wirst, ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich deinen eigenen erstgeborenen Sohn umbringen!«“

Rö 8,14-17: „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.
15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!
16 Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.
17 Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden.“

Gal 4,6-7: „Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!
7 So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus.“

 

Mit dieser Sohnschaft ist dann die Erziehung des Vaters verbunden, welche zu gewissen Zeiten nicht ohne Züchtigung abgeht. Die Züchtigung kann bisweilen hart und schwer werden, aber sie ist ein Beweis für die Sohnschaft. Eigentlich ist sie trotz aller Schmerzen ein Trost für die Söhne des Vaters. Die Ungläubigen sind nicht Kinder und Söhne Gottes. Gott ruft ihnen zu, aber wenn sie nicht hören wollen, dann müssen sie in den Untergang laufen. Nicht so mit den Söhnen. Wenn sie Gottes Warnruf nicht folgen wollen, dann wird ihr Vater sie zurückholen durch Züchtigung. Der Vater hat die Verantwortung für seine Kinder und Söhne übernommen, und er übt diese Verantwortung in der Zurechtbringung seiner Familienangehörigen aus. Er sorgt ja andererseits auch vollkommen für sie, wenn sie zu ihm rufen.

Hebr 12,4-13: „Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde
5 und habt das Trostwort vergessen, das zu euch als zu Söhnen spricht: »Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst!
6 Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.«
7 Wenn ihr Züchtigung erduldet, so behandelt euch Gott ja als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?
8 Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, an der sie alle Anteil bekommen haben, so seid ihr ja unecht und keine Söhne!
9 Zudem hatten wir ja unsere leiblichen Väter als Erzieher und scheuten uns vor ihnen; sollten wir uns da nicht vielmehr dem Vater der Geister unterwerfen und leben?
10 Denn jene haben uns für wenige Tage gezüchtigt, so wie es ihnen richtig erschien; er aber zu unserem Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden.
11 Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind.
12 Darum »richtet wieder auf die schlaff gewordenen Hände und die erlahmten Knie«,
13 und »macht gerade Bahnen für eure Füße«, damit das Lahme nicht vom Weg abkommt, sondern vielmehr geheilt wird!“

Hebr 4,15-16: „Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde.
16 So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!“

 

Vers 4: Wird der Löwe brüllen, wenn er keinen Raub hat? Es kann so sein, dass der brüllende Löwe tatsächlich schon etwas erbeutet hat oder auch so, dass die Beute unmittelbar vor ihm ist. Im praktischen Sinn ist das klar und einfach. Im geistlichen Sinn ist es etwas schwieriger. Der Löwe hat ja schon in Kapitel 1 und 2 ausgiebig gebrüllt. Der Herr sieht, dass sein Volk sich durch alle seine Umstände und sein Verhalten selbst zur Beute des Todes gemacht hat. Sie sind es selbst schuld, dass sie schon dastehen als Beute. Sie sind schon im Tod, wenn der Löwe sie nicht warnt und zum Erzittern bringt. Wenn sie nicht hören wollen, dann werden sie verloren gehen. Der Löwe wird sie nach seinem warnenden Brüllen zerreißen müssen.

Wir denken hier natürlich auch an den Herrn selbst, an den Löwen von Juda, der in der Schwachheit des Lammes in den Rachen des Feindes, des brüllenden Löwen Satan gegangen ist, der die Menschen verschlingen will. Er ist in den Tod gegangen und auferstanden. Seine Löwenmacht ist unendlich größer als die Macht des brüllenden Löwen Satan, und der Herr kann seine Kinder vor dem Brüllen Satans warnen und sie vor seinem Rachen bewahren. Er wird sie schon in dieser Welt oftmals aus schweren Lagen erretten. Am Ende wird er sie in die ewige Herrlichkeit einführen. Er sitzt seit seiner Himmelfahrt auf dem Thron zur Rechten des Vaters, und in seiner Hand ist das geöffnete Buch der sieben Siegel.

Ps 22,22-23: „Errette mich aus dem Rachen des Löwen! – Ja, du hast mich erhört [und gerettet] von den Hörnern der Büffel!
23 So will ich meinen Brüdern deinen Namen verkündigen; inmitten der Gemeinde will ich dich loben!“

1Pe 5,8: Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann;“

Off 5,5-7: „Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen!
6 Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, welche die sieben Geister Gottes sind, die ausgesandt sind über die ganze Erde.
7 Und es kam und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron saß.“

Off 6,1: „Und ich sah, wie das Lamm eines von den Siegeln öffnete, und ich hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit Donnerstimme sagen: Komm und sieh!“

Off 8,1: „Und als es das siebte Siegel öffnete, entstand eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang.“

 

Vers 5: Hier haben wir die Falle des Vogelfängers. Sie ist von Menschen gestellt. Von Natur aus existiert sie nicht. Sie symbolisiert die Versuchung oder auch die Verfolgung durch Menschen, andererseits auch die selbstgestellte Falle, in welche der Mensch durch seine Sündhaftigkeit geraten ist. Wer sich in die Hand eines menschlichen Bürgen gegeben hat, der ist verloren. Verflucht ist, wer auf Menschen vertraut. Gesegnet ist wer auf den Herrn vertraut.

Ps 124,7-8: „Unsere Seele ist entflohen wie ein Vogel aus der Schlinge des Vogelstellers; die Schlinge ist zerrissen, und wir sind entkommen!
8 Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Spr 6,5: „Rette dich aus seiner Hand wie eine Gazelle und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers!“

Jer 17,5-9: „So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom HERRN weicht!
6 Er wird sein wie ein kahler Strauch in der Einöde; er wird nichts Gutes kommen sehen, sondern muss in dürren Wüstenstrichen hausen, in einem salzigen Land, wo niemand wohnt.
7 Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Zuversicht der HERR geworden ist!
8 Denn er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln am Bach ausstreckt, der die Hitze nicht fürchtet, wenn sie kommt, sondern seine Blätter bleiben grün; auch in einem dürren Jahr braucht er sich nicht zu sorgen, und er hört nicht auf, Frucht zu bringen.
9 Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?“

 

Die Falle wird nur dann zuschnappen, wenn der Vogel sich hineinbegibt. Entrinnen kann die Seele des Menschen nur mit der Hilfe des Herrn, auch aus ihren selbst gestellten Fallen. Die Falle schnappt nicht zu, wenn kein Vogel darin ist. Die Sünde sollen wir vermeiden, um nicht in ihr gefangen zu werden.

Wenn die menschlichen Bürgen uns verderben, dann brauchen wir den Bürgen vom Himmel, den Herrn Jesus Christus, der sich selbst zum Opfer gegeben hat für alle unsere Sünden. Sein Blut spricht vom Himmel zur Erde, es bürgt für uns, und es redet besser als das Blut Abels. Abels Blut schrie von der Erde zum Himmel: „Mord, Tod!“ Das Blut des Herrn redet vom Himmel zur Erde: „Vergebung, Versöhnung, Frieden mit Gott, ewiges Leben.“ Der Herr löst auch die Schlingen der Sünde und des Todes für uns, und zwar dann, wenn wir in der Falle sitzen und als Sünder in echter Buße um Vergebung zu ihm rufen.

1Mo 4,9-10: „Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß es nicht! Soll ich meines Bruders Hüter sein?
10 Er aber sprach: Was hast du getan? Horch! Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden!“

Kol 1,13-14: „Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe,
14 in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“

1Pe 1,18-19: „Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel,
19 sondern mit dem kostbaren Blut des Christus als eines makellosen und unbefleckten Lammes.“

1Joh 5,6-8: „Er ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist, Jesus der Christus; nicht durch Wasser allein, sondern durch Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der Zeugnis gibt, weil der Geist die Wahrheit ist.
7 Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins;
8 und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.“

 

Vers 6: Das Horn ertönt in der Stadt. Es ist ein Warnsignal, so wie das Wort Gottes als Warnung dient, welches der Prophet ja gerade in Bethel ausruft. Das Übel in der Stadt wird kommen, wenn Gott es tun muss. Gott wird aber keine Fehler machen, er wird immer richtig handeln, sei es in seiner Vorsehung oder in seinem Richten.

Rö 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“

 

Vers 7: Das Horn kommt hier wie auch in vielen anderen Fällen durch die Worte der Propheten zu dem Volk in der Stadt. Sie wissen im Voraus was Gott tun wird, denn er zeigt ihnen alles. Sie sind Gottes Sprachrohr, sie müssen die Informationen weitergeben.

Vers 8: Der Löwe hat gebrüllt, und zwar zunächst aus dem Heiligtum in die Ohren und das Herz des Propheten hinein. Der Prophet hat eine Last, er muss das Wort verkündigen, weil auch er selbst ansonsten den Löwen zu fürchten hat. Er muss das Brüllen des Löwen weitergeben an das Volk. Er ist der Wächter auf der Stadtmauer, welcher in das Horn stoßen muss. Wie viel Leiden hat das den echten Propheten immer wieder eingebracht!

Ab Vers 9 finden wir eine Gerichtszene mit Samaria als Angeklagter. Sogar den Leuten in Ägypten und den Philistern ist aufgefallen, wie sehr das Volk Israel gegen seinen Gott geredet und gehandelt hat. Sie treten auf als Zeugen in Vers 13. Die Bestrafung des Volkes finden wir in den Versen 11-12. Der Feind wird in Vers 11 das Land umzingeln, entmachten und seine Paläste plündern.

Eine bessere Übersetzung von Vers 12 (Elberfelder Bibel) lautet: „So spricht Jahwe (der Herr): Gleich wie der Hirte zwei Beine oder einen Ohrzipfel aus dem Rachen des Löwen rettet, also werden gerettet werden die Kinder Israel, welche in Samaria in der Ecke des Polsters und auf dem Damast des Ruhebettes sitzen.“ Wir verstehen das Bild. Israel wird aus seiner vollen Bequemlichkeit heraus erobert werden. Es wird so in Fetzen gerissen werden wie der Löwe seine Beute zerreißt. Nur ein winzig kleiner Rest wird entkommen, nicht mehr als ein Bein oder ein Ohrzipfel der Beute wird verbleiben. Der Hirte des Volkes, der Herr selbst, wird aber trotzdem dafür Sorge tragen, dass dieser Überrest erhalten bleibt. Er wird diese zwei Beine und diesen Ohrzipfel aus dem Rachen des Löwen reißen und bewahren. In Vers 14 werden die Götzenaltäre von Bethel zerstört, in Vers 15 die Königspaläste und die Elfenbeinhäuser.

 

 

Kapitel 4

Hört dieses Wort, ihr Kühe von Basan. Die Kühe von Basan sind jedoch hier nicht in Basan, sondern auf den Bergen Samarias, was klar auf die symbolische Bedeutung hinweist. Zunächst sind es hier die hochmütigen und vornehmen Damen der Gesellschaft, welche ihren Herren (in damaliger Sprache ihren Ehemännern) sagen, dass sie neuen Wein zum Trinken herbeischaffen sollen. Sie sind daran gewöhnt, dass für sie aller Luxus bereitgestellt ist. Ihr Luxus wird den Händen der Armen entrissen, welche sie bedrücken. Die zweite Bedeutung gilt allen Angehörigen der sogenannten Oberschicht, ob weiblich oder männlich. Sie alle leben dieses Prinzip der Unterdrückung und der rücksichtslosen Ausbeutung.

Gott wird es zulassen, dass sie ebenso weggeschleppt werden aus ihren liebgewonnenen Umständen, wie die Fische an Haken aus dem Wasser gezogen werden (Vers 2). Jetzt sind sie sozusagen noch in ihrem Element, aber nicht mehr lange. Auch ihre Kinder wird es betreffen, sie werden zusammen mit ihnen durch die zertrümmerten Mauern hinausgeführt und auf den Hermon geworfen, das heißt umgebracht oder weggeführt werden (Vers 3).

Ab Vers 4 wird der Götzendienst in Bethel angegriffen. Sie sollen ruhig so weitermachen. Sie sind fünfmal (Verse 6, 8, 9, 10, 11) nicht umgekehrt, obwohl Gott sie auf unterschiedlichste Arten gewarnt hat. Wenn Menschen wider besseres Wissen oder trotz vieler Warnungen auf ihren Irrwegen und auf der Sünde beharren, dann töten sie ihr Gewissen ab. Sie werden geistlich blind und können die Wirklichkeit nicht mehr erkennen. Schließlich sind sie dahingegeben. Sie kennen keine Gerechtigkeit mehr und werden erst ganz am Ende der Gerechtigkeit Gottes begegnen müssen, wenn es für sie zu spät ist.

Pred 8,11-13: „Weil der Richterspruch über die böse Tat nicht rasch vollzogen wird, darum ist das Herz der Menschenkinder davon erfüllt, Böses zu tun.
12 Wenn auch ein Sünder hundertmal Böses tut und lange lebt, so weiß ich doch, dass es denen gut gehen wird, die Gott fürchten, die sich scheuen vor seinem Angesicht.
13 Aber dem Gottlosen wird es nicht gut ergehen, und er wird, dem Schatten gleich, seine Tage nicht verlängern, weil er Gott nicht fürchtet!“

Jes 3,11-13: „Wehe dem Gottlosen! Ihm geht es schlecht; denn was er mit seinen Händen getan hat, das wird ihm angetan werden!
12 Mein Volk wird von Mutwilligen bedrückt, und Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Führer verführen [dich] und haben den Weg verwüstet, den du wandeln sollst.
13 Der HERR tritt auf, um zu rechten, und er steht da, um die Völker zu richten.“

Jes 26,9-10: „Meine Seele verlangte nach dir in der Nacht, ja, mein Geist in mir suchte dich; denn sobald deine Gerichte die Erde treffen, lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.
10 Wird dem Gottlosen Gnade erwiesen, so lernt er nicht Gerechtigkeit; in dem Land, wo Ordnung herrscht, handelt er verkehrt und sieht nicht die Majestät des HERRN.“

 

Erkennen wir etwas davon in unserer Zeit? Die Antwort ist ein klares: „Ja!“ Unsere Gesellschaft verroht zunehmend. Es hat sich eine aalglatte, politisch korrekte Geschäftskälte im zwischenmenschlichen Umgang breitgemacht, welche vor allem unter der Smartphone- und Tablet-gesteuerten jüngeren Generation immer mehr um sich greift.

Die Politiker/innen regieren mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen unbeeindruckt über die Köpfe der Menschen hinweg. Es geht ihnen nur noch um die Verwirklichung der Neuen Weltordnung, um ihr eigenes Prestige und ums Geld. In unserer Zeit benutzen sie sogar manipulierte, verängstigte und verführte Kinder (Greta Thunberg und die Klimajugend), um ihr politisches Vorhaben durchzuboxen.

Gerade in diesen Tagen der Greta-Thunberg-Hysterie hat eine Gruppe andersdenkender Wissenschaftler einen offenen Brief unter dem Titel „There is no Climate Emergency“ („Es gibt keinen Klimanotstand“) an die Apostel der Klimareligion in der UNO geschickt mit der Aufforderung, den Unsinn endlich zu stoppen. Es gibt hier ganz offensichtlich eine weltweite Spaltung der Wissenschaft in zwei Lager. Man könnte andererseits auch von einem Interessenkonflikt sprechen, denn beide Seiten haben natürlich ihre Interessen. Die wissenschaftliche Wahrheit ist jedoch eindeutig auf der Seite der Kritiker. Schon vor Jahren hat eine Gruppe von über 1000(!) US-amerikanischen Meteorologen und Klimatologen eine Petition an die US-Regierung geschickt, in welcher eine Beendigung der Klimakampagne des Millionenverdieners Al Gore angemahnt wurde. Das Mantra der Klimareligiösen widerspricht schlicht und einfach der wissenschaftlichen Realität, und es widerspricht allmählich auch dem gesunden Menschenverstand. Man reagiert jedoch in den Entscheidungsgremien der UNO und der nationalen Regierungen einfach nicht auf irgendwelche Kritik. Jede öffentliche Diskussion des Themas wird ganz bewusst im Keim erstickt.

Das vorgenannte politische Ziel steht im Mittelpunkt, und es soll um jeden Preis durchgesetzt werden. Die Staatsfunkmedien spielen auf allen Kanälen geschlossen mit. Sie formen aktiv die Gedankenwelt der Massen im Sinne des Systems. Das ganze Klimatheater ist letztlich reine Politik und ein gigantischer Betrug. So hat zum Beispiel Barack Obama kürzlich eine millionenschwere Luxusvilla in den USA direkt am Meer gekauft. Er lebt am Strand. Er weiß nämlich ganz genau, dass der Meeresspiegel nicht gravierend ansteigen wird. Die großen „Klimaretter“ der internationalen Spitzenpolitik jetten zu ihren „Klimakonferenzen“ über die ganze Erde und stoßen dabei immer wieder Tausende von Tonnen Kohlendioxid aus. Sie fahren mit ihren Luxuslimousinen durch die Gegend und scheren sich einen Dreck um die Umwelt. Die ideologische Bedrückung der Menschen durch die Mächtigen der Erde wird genau wie zu früheren Zeiten wieder einmal zunehmend unerträglich. Die internationale politische Kaste in aller Welt hat kein Gewissen mehr.

Jes 3,12: „Mein Volk wird von Kindern bedrückt, und Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Leiter verführen dich und haben den Weg verwüstet, den du wandeln sollst.“ (Lutherbibel 1912 und Schlachterbibel 1951, stilistisch leicht abgeändert)

 

Das Klima hat mit Kohlendioxid wenig bis nichts zu tun, sondern nahezu ausschließlich mit der Sonnenaktivität, der Wasserdampfkonzentration und der durchschnittlichen Wolkendichte in der Atmosphäre, wie durch wissenschaftliche Studien wirklich qualifizierter und unabhängiger Klimatologen schon seit Jahren bewiesen ist. Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist nichts anderes als eine Ansammlung von etwa 40 gekauften Papageien und Marionetten, welches das Mantra der Mächtigen kreisen lässt und beständig ihr Lied singt. Auch im Deutschen Fernsehen haben wir solche populärwissenschaftlichen Clowns, die uns medienwirksam belügen (Mojib Latif, Harald Lesch, Ranga Yogeshwar etc.).

Kohlendioxid ist in großen Mengen als Gas in den Ozeanen gelöst, genau wie in einer gewöhnlichen Sprudelflasche. Es wird bei Erwärmung der Atmosphäre vermehrt freigesetzt und von den Pflanzen konsumiert. Bei Abkühlung wird es wieder vermehrt im Ozeanwasser gespeichert. Das Pflanzenwachstum geht wieder etwas zurück. Ein Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre ist nicht die Ursache der Erderwärmung, sondern eine Folge davon.

Die tatsächlichen wissenschaftlichen Zusammenhänge werden hier von den Aposteln und Jüngern der Klimareligion exakt auf den Kopf gestellt. Die Mehrheit der Bevölkerung, insbesondere die Kinder, haben in der Schule weder in Erdkunde aufgepasst, noch in Physik, Chemie oder Biologie. Sie können viel besser Sozialkunde, tun sich zusammen und nehmen freitags einen Tag Schulfrei („Fridays for future“-Demonstrationen finden in der Regel Freitags während der Schulzeit statt). Sie wissen nicht einmal genau, was manche Aufschriften ihrer Schilder eigentlich zu bedeuten haben. Sie erkennen nicht, dass sie geradewegs in den geplanten totalitären Weltsozialismus hineinrennen, in welchem die Masse durch Vernichtung ihrer Mobilität unter Kontrolle steht, während die Mächtigen unbegrenzt durch die Luft jetten. So war es schon immer: Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.

Die Regierungen können durch technische Wetterbeeinflussung in gewissem Umfang lokale Unwetter, Trockenheiten, Überflutungen, Wirbelstürme und sogar Erdbeben hervorrufen. Googeln sie doch einfach mal im Internet die ENMOD-Konvention der UNO. Da werden Dinge verboten, welche man gar nicht zu verbieten bräuchte, wenn es sie nicht gäbe. Kriegführung durch Wettermanipulation in der Atmosphäre und Beeinflussung der Erdkruste sowie der Meerestiefen ist möglich, denn sonst hätte die UNO es nicht nötig gehabt, sich damit zu befassen.

Gott lässt die Technokraten des Unheils in genau dem Umfang gewähren, wie er es will. Er hat in seiner ewigen und allmächtigen Regierung alles unter Kontrolle. Er benutzt die finsteren Gedanken (welche er bis ins kleinste kennt und sogar steuert) und Fähigkeiten seiner Feinde sogar noch dazu, in gewissem Umfang warnende Gerichte auf die Erde zu bringen. Die Feinde Gottes möchten sich selbst und dem Satan dienen, aber sie kommen (genau wie wir alle) nicht aus der Vorsehung Gottes heraus.

Die Sonne ist ganz in Gottes Hand, und sie ist der große Heizkörper unserer Erde. Die Sonnenaktivität schwankt über Jahre und Jahrzehnte, weshalb es in der Geschichte Zeiten gab, zu welchen es deutlich kälter oder auch deutlich wärmer war als heute. Augenblicklich befinden wir uns wieder in einer Warmphase, in welcher die durchschnittliche Temperatur der Erde leicht ansteigt. Wenn der Herr noch nicht wiederkommt, dann kann es in der Zukunft genauso auch wieder deutlich abkühlen. Keine Panik, liebe/r Leser/in! Der Klimawandel läuft ohne Unterbrechung ab. Er ist ein Naturphänomen, und er ist genauso alt wie die Welt nach der Sintflut. Gott lenkt das Klima bis zum Ende, und er hat es auch Noah so mitgeteilt, als dieser aus der Arche ging.

1Mo 8,22: „Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht!“

1Mo 9,11: „Und ich will meinen Bund mit euch aufrichten, dass künftig nie mehr alles Fleisch von dem Wasser der Sintflut ausgerottet wird, und dass auch keine Sintflut mehr kommen soll, um die Erde zu verderben.“

 

Die Schwachen der Gesellschaft werden auch in unseren Tagen wieder an die Seite gedrängt oder gar aus dem Weg geräumt. Alte Menschen haben jahrzehntelang hart gearbeitet. Nun sind sie verwitwet und müssen mit einer Hungerrente unterhalb des Existenzminimums leben. Wenn sie pflegbedürftig werden, werden ihre kleine Rente und ihr sonstiger Besitz verpfändet, das Einkommen ihrer Kinder wird belangt, und vielen Familien bleibt am Ende nichts mehr übrig. Die Mächtigen fressen wieder einmal die Häuser der Witwen und Waisen. Die Großkonzerne und vor allem die Großbanken florieren, die Menschen verarmen. Die Steuern werden mit eiserner Härte unter Androhung harter Strafen bis auf den letzten Cent eingetrieben.

Bereits in der Kita beginnen die Sexualisierung und das Gendermanagement mit den Dreijährigen. Das aktive Geschlechtsleben beginnt in der Frühpubertät mit 12-13 Jahren. Im späteren Leben setzt es sich unter der Bevölkerung flächendeckend fort. Außerehelicher Geschlechtsverkehr und Ehebruch sind zu Breitensportarten geworden, welche in den sexualisierten Medien noch gezielt gefördert werden. Wir haben doch alle das Recht auf die unmittelbare Befriedigung unserer Bedürfnisse und Gefühle, oder etwa nicht? Zu den Gayprideparaden der Großstädte versammeln sich an einem Ort nicht selten mehr als eine Million Teilnehmer, um grellbunt und lautstark ihre „Minderheitsrechte“ zu proklamieren. Die Feministinnen proklamieren aggressiv ihre Rechte, und die Zahl der Abtreibungen ist wieder am Steigen. „Lebensunwertes Leben“ wird im Mutterleib abgetötet.

Doch nicht nur die einfachen Leute sind betroffen, sondern auch und gerade die Prominenz. In der Spitzenpolitik weltweit sowie unter den Kirchenfürsten häufen sich derzeit Fälle von langjährigem systematischem sexuellem Kindesmissbrauch, welche zunehmend an die Öffentlichkeit gelangen. Die internationalen Showgrößen stellen sich mehr und mehr gegen Gott und sein Wort. Stars wie Madonna, Lady Gaga, Beyonce, Snoop Dogg, Katie Perry und viele andere promoten in ihren Bühnenshows in aller Offenheit den Satanismus. Die internationale Filmindustrie produziert kaum noch etwas anders als Armageddonszenarien, Sex, Gewalt und computeranimierte Fantasy, die Realität findet nicht mehr statt. In den Comedyshows der staatlich gelenkten und zwangsfinanzierten Fernsehanstalten bekommen wir aus dem Mund der regierungstreuen Systemkomödianten immer wieder Witze über Gott und auch ganz offene Gotteslästerungen zu hören. Der Götzendienst in allen seinen Varianten feiert wieder einmal Triumphe. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

Gott sieht alle diese Dinge, und sie schneiden ihm tief in sein Herz hinein. Er sieht das Treiben der verlorenen Menschen, und er möchte sie retten. Dazu müssten sie aber zuerst einmal in echter Buße und Reue von ihren Sünden umkehren und an den Herrn und Retter Jesus Christus glauben. Und genau das wollen sie nicht. Noch wartet Gott, so wie der Vater auf die Rückkehr seines verlorenen Sohnes wartete. Vielleicht kommen ja doch noch einige Menschen zur Umkehr. Noch wird das Evangelium denen verkündigt, die darüber lachen oder es bekämpfen. Einmal aber nicht mehr. Dann kommt das Ende. Gott ist gerecht und heilig. Der Himmel wird zerrissen, der Herr kommt mit den Wolken des Himmels. Alles wird in einem kurzen Moment und unter gewaltigem Geschrei der Verlorenen verbrannt wie Stroh. Und nun wieder zurück zum Text unseres Kapitels.

In den Versen 4 und 5 bringen sie die von ihnen geliebten Opfer zum Götzentempel, und zwar ganz nach ihren eigenen Vorstellungen. Sie tun es nicht nach Gottes Gesetz vom Sinai, sondern entsprechend ihren eigenen Gedanken. Alles das ist völlig wertlos, auch wenn es noch so schön aussehen mag. Gott hat sie gewarnt. Hunger in Vers 6, Dürre vor der Ernte in Vers 7, ungleiche Verteilung des Regens. Sie mussten weite Wege für Wasser zurücklegen in Vers 8, in Vers 9 vergilbte ihr Getreide, und die Heuschreckenplagen zerstörten ihre Gartenfrüchte. In Vers 10 mussten sie sogar die Pest und das Schwert der Feinde erleiden, ihre Leichname verwesten unter freiem Himmel. Nur wenige Entronnene blieben am Leben (Vers 11), als ihre Städte Sodom und Gomorrha gleichgemacht wurden (das bedeutet: verbrannt und völlig verwüstet wurden). All das konnte sie nicht zur Umkehr bewegen. Es ist unfassbar! Eigentlich sind sie dem Pharao zur Zeit Moses zu vergleichen. Sein Herz war völlig verhärtet, er war dahingegeben.

Auch unsere heutige Gesellschaft hat natürlich Mittel und Wege, jeder Herausforderung entgegenzutreten, nicht wahr? Wir werden auch heute früher oder später mit Hilfe unserer herausragenden Fähigkeiten alle Probleme lösen. Unsere Technik ist ausgereift, unsere internationale Zusammenarbeit wird immer besser, und die noch verbleibende Opposition werden wir im Handstreich niederringen. Wir werden alle Nationen der Erde in das wunderbare gottlose Paradies der Neuen Weltordnung hineinbringen/hineinzwingen, oder etwa nicht? Oh nein, meine Damen und Herren von der Direktion!

Wir alle sollten uns wie Israel in den Versen 12-13 bereit machen, unserem Gott zu begegnen. Der König der Könige, der auferstandene und verherrlichte Herr Jesus Christus, sitzt nämlich auf dem Thron zur Rechten des Vaters im Himmel, und er lacht über die Könige der Erde. Er wird kommen an seinem Tag, und zwar ohne Vorwarnung. Es wird ganz plötzlich geschehen, und alle Welt wird es erfahren, dass dieser Herr der Gott ist, der die Berge bildet, der den Wind schafft und den Menschen wissen lässt was seine Gedanken sind (nämlich durch das Wort der Bibel und durch die Offenbarung der Schöpfung), der das Morgenrot und das Dunkel macht und einherschreitet über die Höhen der Erde – Herr, Gott der Heerscharen ist sein Name (Vers 13).

Was für ein Augenblick wird das sein, wenn die Fetten der Erde, die Hochmütigen und Selbstgefälligen, die gewissenlosen Herrscher über die Schwachen, ihrem Meister begegnen werden! Es wird auch dieser gleiche Augenblick sein, in welchem die Glaubenden, die Sanftmütigen der Erde, endlich ihrem Retter begegnen werden, auf welchen sie ihr ganzes Leben hindurch ausharrend und leidend gehofft haben.

Ps 2,1-6: „Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges?
2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den HERRN und gegen seinen Gesalbten:
3 »Lasst uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!«
4 Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie.
5 Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken mit seinem Grimm:
6 »Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!«“

Jes 2,17-22: „Und der Hochmut des Menschen wird gebeugt und der Stolz des Mannes gedemütigt werden; der HERR aber wird allein erhaben sein an jenem Tag.
18 Und die nichtigen Götzen werden gänzlich verschwinden.
19 Und man wird sich in Felshöhlen und Erdlöcher verkriechen aus Furcht vor dem HERRN und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird, um die Erde zu schrecken.
20 An jenem Tag wird der Mensch seine silbernen Götzen und seine goldenen Götzen, die jeder sich gemacht hat, um sie anzubeten, den Maulwürfen und Fledermäusen hinwerfen,
21 um sich zu verkriechen in die Felsspalten und Steinklüfte aus Furcht vor dem HERRN und der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird, um die Erde in Schrecken zu versetzen.
22 So lasst nun ab von dem Menschen, der nur Hauch in seiner Nase hat; denn wofür ist er zu achten?“

Hab 3,3-6: „Gott kommt von Teman her und der Heilige vom Berg Paran. (Sela) Seine Pracht bedeckt den Himmel, und die Erde ist voll von seinem Ruhm.
4 Ein Glanz entsteht, wie Licht; Strahlen gehen aus seiner Hand hervor, und dort ist seine Kraft verborgen.
5 Vor ihm her geht die Pest, und die Fieberseuche folgt ihm auf dem Fuß.
6 Er bleibt stehen und misst die Erde, er sieht hin, und die Heidenvölker erschrecken; es zerbersten die uralten Berge, es sinken die Hügel aus der Vorzeit; er wandelt auf ewigen Pfaden.“

Mt 24,29-31: „Bald aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden.
30 Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.
31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Windrichtungen her, von einem Ende des Himmels bis zum anderen.“

Off 6,12-17: „Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete, und siehe, ein großes Erdbeben entstand, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der Mond wurde wie Blut;
13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine unreifen Früchte abwirft, wenn er von einem starken Wind geschüttelt wird.
14 Und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden von ihrem Ort weggerückt.
15 Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Heerführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge,
16 und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!
17 Denn der große Tag seines Zorns ist gekommen, und wer kann bestehen?“

Off 11,18: „Und die Heidenvölker sind zornig geworden, und dein Zorn ist gekommen und die Zeit, dass die Toten gerichtet werden und dass du deinen Knechten, den Propheten, den Lohn gibst, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und dass du die verdirbst, welche die Erde verderben!“

Off 22,11-13: „Wer Unrecht tut, der tue weiter Unrecht, und wer unrein ist, der verunreinige sich weiter, und der Gerechte übe weiter Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich weiter!
12 Und siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden so zu vergelten, wie sein Werk sein wird.
13 Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte.“

 

 

Kapitel 5

In den Versen 1-17 haben wir ein Klagelied des Propheten über Israel, verbunden mit der ernsten Aufforderung, den Herrn zu suchen. Der Text spricht weitgehend für sich. Die Jungfrau Israel fällt, die Städte werden entvölkert (Verse 2-3). Sucht Gott und lebt, geht nicht zu den Götzen nach Bethel, Gilgal und Beerscheba (Verse 4-5). Sucht den Herrn und lebt, sonst wird das Haus Josephs (Ephraim war ja der Sohn Josephs) zerstört. Ihr macht das Recht bitter (Wermut) und zerstört die Gerechtigkeit (Vers 7), aber es gibt den gerechten und allmächtigen Gott des Himmels und der Erde, der euch sieht (Vers 8). Dieser Gott zerstört blitzschnell den Starken, der den Geringen ungerecht niedergetreten hat. Er rechnet mit denen ab, die den gerechten Richter und den aufrichtigen Redner hassen. Ihre Häuser werden wegen ihrer zahlreichen Übertretungen unbewohnt bleiben, die Frucht ihrer ungerecht eroberten Weinberge werden sie nicht genießen (Verse 9-12).

Der Kluge muss schweigen in dieser Zeit, denn es ist eine böse Zeit (Vers 13). Kennen wir das? Es auch in unserer Zeit und in unserem Land wieder einmal so, dass das Unrecht auf allen Ebenen derart überhandgenommen hat, dass es wie eine schwarze Decke das ganze Land überzieht und erstickt. Es hat einfach keinen Sinn mehr, offen dagegen aufzubegehren. Es ist besser, zu schweigen und innig zu dem Herrn zu beten. Er hört das Gebet. Er allein hat die Macht, das alles noch einmal zu wenden, und er wird es auch tun, wenn es sein Wille ist. Und wenn nicht, dann eben nicht! Wie viel mehr als wir selbst haben das unsere Glaubensgeschwister in den früheren Zeiten des unfassbaren Elends der Weltkriege und der unbeschreiblichen Ungerechtigkeiten erfahren, welche über sie kamen! Wie sehr hat der Herr selbst das erfahren in den schrecklichen Stunden, als er von seinen Mördern gelästert und gekreuzigt wurde! Er wurde wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt und tat seinen Mund nicht auf.

Jes 53,6-7: „Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn.
7 Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.“

 

In den Versen 14-17 sollen sie noch einmal das Gute suchen und lieben, das Böse hassen. In den Straßen und Toren der Ungerechtigkeit wird man klagen und Wehe rufen, auch in den Weinbergen. Der Herr wird in Vers 17 mitten durch sie dahinschreiten. Man fühlt sich fast erinnert an die Nacht des Gerichts in Ägypten, wo der Herrn mitten durch das Land der Ägypter hindurchging und die Erstgeborenen tötete.

In den Versen 18-27 ergeht ein ernstes Wort an die Götzendiener in Israel welche den Tag des Herrn herbeiwünschen. Sie bilden sich tatsächlich ein, Gott zu dienen und erwarteten das helle Licht seiner Ankunft. Der Herr muss sie aus ihrer Täuschung herausreißen. Der Tag des Herrn wird für sie nicht Segen und Licht bringen, sondern Gericht und Finsternis. Sie sollten diesen Tag lieber nicht herbeiwünschen, sondern vielmehr umkehren von ihren falschen Wegen.

Der Herr verachtet ihre Festtage und ihre Opfer völlig. Ihre Festversammlungen mag er nicht riechen, sie sind kein Wohlgeruch für ihn. Ihre Lieder sind in den Ohren des Herrn nur noch Lärm und Geplärr. Sie sollen lieber Recht und Gerechtigkeit üben als wertlosen Gottesdienst. In den Versen 25-26 haben sie schon auf der Wüstenreise unter Mose die Götzen Moloch und Kaiwan durch den Sand geschleppt, und nun sind sie noch immer keinen Deut besser. Sie werden bis über Damaskus hinaus in die Gefangenschaft gehen. Hier ein verdeckter Hinweis auf Assyrien, welches ja nördlich und östlich von Damaskus lag.

Natürlich sind diese Dinge in geistlicher Hinsicht auch auf unsere Gegenwart anwendbar. Sie betreffen die sogenannten Namenschristen. Eine Minderheit von ihnen übt einen äußerlichen formalen Gottesdienst nach menschlichen Maßstäben aus und sieht darin ihre Sicherheit. Die Mehrheit von ihnen wurde irgendwann als kleines Kind getauft und hat jetzt überhaupt kein Interesse mehr an Gott und seinem Wort. Diese Menschen leben ganz nach den Grundsätzen der Welt. Sie besitzen kein ewiges Leben aus Gott, weil sie niemals in echter Buße und Sündenbekenntnis zu dem Herrn Jesus Christus gekommen sind, um von ihm gerettet zu werden. Sie haben das Evangelium niemals wirklich geglaubt. Es ist eine große Tragik, aber der Herr wird sie am Tag seiner Wiederkunft verwerfen müssen. Wir dürfen zu dem Herrn beten, dass er noch viele von ihnen überführen und erretten wird.

 

 

Kapitel 6

Hier greift der Prophet bis Vers 7 in scharfen Worten den Hochmut und die Sorglosigkeit der Mächtigen in Israel an. Sie sollen einmal aus ihrem Reich hinausgehen nach Kalne und Hamat, um einmal wirklich große Städte zu sehen. Auch die Philister sollen sie sich anschauen. Sie selbst sind in ihrer Gottlosigkeit nämlich genauso schlecht wie alle anderen Nationen geworden.

Sie bilden sich in Vers 3 ein, aus eigener Macht das Gericht aufschieben zu können. In ihrer täglichen Lebenspraxis bringen sie die Gewalt jedoch immer näher. Sie liegen in Vers 4 auf ihren Luxusbetten und ernähren sich von den besten Fettschafen der Herde und den besten Mastkälbern aus dem Stall. In Vers 5 wollen sie sich als Künstler produzieren und erfinden neue Musikinstrumente. Ihre Kultur ist aufgesetzt, ja wertlos und lächerlich in Gottes Augen. Sie ist ein weiterer Ausdruck ihres Hochmuts, ihrer Bequemlichkeit und ihrer Langeweile. Sie trinken Wein aus den besten Schalen und salben sich mit den edelsten Ölen (Vers 6). Alles ist in Dekadenz ausgeartet, so wie es zu Zeiten des Untergangs in sämtlichen Kulturen der Erde zugegangen ist. Sie leben wie die Nationen, und deshalb werden sie auch den Weg der gottlosen Völker gehen müssen. Ihr Jauchzen wird verstummen (Vers 7), und sie werden an der Spitze des Gefangenenzuges nach Assyrien gehen.

Ab Vers 8 geht der Prophet unmittelbar gegen die Ursache ihres Verhaltens an, nämlich gegen ihren Hochmut. Der Hochmut war die Ursünde des Satans, welche ihn zu Fall brachte (siehe Jes 14 und Hes 28). Danach verführte er Adam und Eva im Paradies und brachte auch die Menschheit zu Fall. Gott verabscheut diese Sünde mehr als alle anderen.

Die Paläste und Prachtbauten werden mit Leichen gefüllt (Vers 9). Die Leichenverbrenner werden die Häuser durchsuchen und still sein, denn sie werden es nicht mehr wagen, den Namen des Herrn zu nennen. Sie werden auch im Untergang nicht mehr dazu fähig sein, Buße zu tun und zum Herrn zu rufen. Sie können ihre Sünden nicht mehr erkennen und nicht mehr bekennen. Es ist aus (Vers 10). In Vers 11 werden das große und das kleine Haus (hier wahrscheinlich die Tempelhäuser ihrer Götzen, vielleicht auch ihre Privathäuser) zerschlagen.

Sie haben in Vers 12 das Recht in giftiges und bitteres Unrecht verdreht, in Vers 13 haben sie sich über ihrer kleinen und nichtigen Errungenschaften gefreut und waren stolz darauf. Dies alles ist so absurd, als würde man versuchen, mit Pferden über den glatten Felsen zu rennen oder mit Rindern auf nacktem Felsen zu pflügen (Vers 12). Deshalb wird der Feind sie bedrängen vom äußersten Norden (Zugang nach Hamat) bis zum äußersten Süden (Bach der Arava) des Landes. Sie werden alle ihre Errungenschaften und allen Besitz verlieren, auf welche sie sich so viel eingebildet haben.

Unseren heutigen Luxusgesellschaften droht das gleiche Unheil. Gott wird auch mit uns im hochtechnisierten und „globalisierten“ Zeitalter des 21. Jahrhunderts keine Ausnahme machen, wenn wir ihm als Gesamtheit weiter ins Angesicht sündigen. Das Ganze könnte sehr schnell gehen, und wir machen uns gemeinhin keine richtige Vorstellung davon, wie es vielleicht aussehen könnte. Was wäre zum Beispiel hier los, wenn es mitten im Winter zu einem mehrwöchigen flächendeckenden Totalausfall der Stromversorgung käme? Keine Heizung, keine Haushaltsgeräte, keine Telekommunikation, keine Tankstelle, keine Busse und Bahnen, kein Fernseher oder Kino, keine kulturellen Massenveranstaltungen in hell erleuchteten Theatern oder Sportarenen, kein Smartphone, kein Computer. Nicht einmal mehr nächtliche Beleuchtung. Wir sind nur eine Handbreit von unserer völligen Demütigung entfernt. Von politischen Krisen mit eventueller kurzfristiger Eskalation noch einmal ganz zu schweigen. Nur die Hand des Herrn bewahrt uns auf allen unseren Wegen und zu jeder Zeit. Nur ihm gebühren alle Ehre und aller Dank dafür, dass es uns wohl ergeht. Wir dürfen das niemals vergessen.

 

 

Kapitel 7

Hier sehen wir die Fürbitte des Propheten im Angesicht des kommenden Gerichts über das Volk. Amos sieht zunächst verschiedene Visionen, welche er durch seine Fürbitte beantworten kann. Gott reagiert auf die Bitte des Propheten und zieht das Gericht zurück. Bei der letzten Vision ist es jedoch anders. Gott zeigt sie dem Propheten nur noch und teilt ihm danach mit, dass er zum Gericht entschlossen ist.

Wir finden hier ein Prinzip, welches zum Beispiel auch bei Jeremia sehr deutlich sichtbar ist. Amos ist wie Jeremia ein Wächter, er bläst das Horn, er brüllt wie ein Löwe. Wenn die Zustände im Volk trotz aller Warnungen immer schlechter werden, dann kommt schließlich ein Augenblick, in welchem Gott keine Fürbitte mehr akzeptiert. Die Reihe von Visionen des Propheten spiegelt diese Entwicklung wider. Das Volk selbst hatte keine Ahnung davon, was sie schon alles der Fürbitte des Propheten zu verdanken hatten. Sie erwachten erst, als es zu spät war und das Gericht kam.

In Vers 1 bildet Gott Heuschrecken, und zwar zur Zeit des Spätgrases nach der Heuernte des Königs. Es war damals so, dass das Gras in zwei Schüben aufwuchs. Die erste Ernte kam dem Palast und den Ställen des Königs und seiner Soldaten zugute. Dies war wichtig für das Königshaus und für die Landesverteidigung. Danach kam das zweite Mähen, und diesmal kam das Gras den Leuten im Land zugute, es diente dem allgemeinen wirtschaftlichen Wohl. Die Heuschrecken waren gegen diese zweite Ernte gerichtet. Man kann sagen, dass das geplante Gericht Gottes hier noch begrenzt war, denn eine Kampfunfähigkeit des Heeres wäre schlimmer gewesen in der damaligen Zeit. Dennoch wäre das Volk natürlich schwer betroffen gewesen. Die Viehzucht und die Milchwirtschaft hätten großen Schaden erlitten.

Der Prophet weist Gott darauf hin, wie klein das Volk doch eigentlich ist. Er sieht die Wirklichkeit, welche das Volk selbst in seiner hochmütigen Verblendung in Kapitel 6 von sich gewiesen hat. Amos ruft in dem Augenblick zum Herrn, in welchem die Heuschrecken in seiner Vision das Grün schon gefressen haben. Es ist ein Notruf des Propheten inmitten des anfangenden Gerichts. Das hochmütige und doch so kleine Volk bekommt nicht das Geringste davon mit. Gott erhört die Bitte des Propheten, und das Gericht wird aufgehalten. Im Bild der Heuschrecken haben einige Ausleger in der Zusammenschau mit dem Buch Joel auch an die Heerzüge der Eroberer gedacht, welche das Volk des Nordens wie des Südens in die Gefangenschaft geführt haben. Wir verweisen diesbezüglich auf unseren Text; „Die Botschaft des Propheten Joel“ unter: www.DieLetzteStunde.de. ist unendlich, und nach seinem Willen kanner alles wenden. mstände schier aussichtslos erscheinen. n unt

In den Versen 4-6 sieht der Prophet das Feuer kommen, welches schon ein großes Loch gefressen und das Erbteil bereits ergriffen hat, also das Kernland mit der Hauptstadt. Auch hier ruft Amos in gleicher Weise zu dem Herrn, und der Herr erhört seinen Diener. Wir können hier auch etwas für uns selbst lernen. Wo zwei oder drei versammelt sind zu dem Namen des Herrn, da ist er mitten unter ihnen. Er erhört das ernstliche Gebet seiner versammelten Kinder, und seien es auch nur wenige. Sogar das Gebet eines einzigen Fürbitters, wenn es wirklich ernsthaft aus dem Herzen kommt, kann Großes bewirken. Wir dürfen deshalb auch heute noch den Mut finden und zu dem Herrn innig beten, selbst wenn die äußerlichen Umstände schier aussichtslos erscheinen. Die Macht unseres Herrn ist unendlich, und nach seinem Willen kann er alles wenden.

Jak 5,16-18: „Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.
17 Elia war ein Mensch von gleicher Art wie wir, und er betete inständig, dass es nicht regnen solle, und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht im Land;
18 und er betete wiederum; da gab der Himmel Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.“

 

In den Versen 7-9 ist es dann soweit. Der Herr hat das Senkblei in seiner Hand. Er steht auf einer senkrechten Mauer. Von nun an wird er seinen Maßstab an das Haus Israel anlegen. Diesem Maßstab werden sie niemals entsprechen können, denn sie sind schon längst von den Wegen Gottes abgeirrt. Das Gericht ist unvermeidlich. Die Höhen und die Heiligtümer werden zertrümmert, und das Haus Jerobeams wird durch das Schwert vernichtet werden. Dies geschah, als Jerobeams Sohn Sacharja, der letzte König aus dem Haus Jehus, wenige Jahre später nach nur 6 Monaten Regierungszeit ermordet wurde. Danach folgten die Könige Schallum für einen Monat (2Kö 15,13), Menachem für 10 Jahre (2Kö 15,17), Pekachja für 2 Jahre (2Kö 15,23), Pekach für 20 Jahre (2Kö 15,27), Hosea für 9 Jahre (2Kö 17,1) bis zum Untergang des Reiches.

In den Versen 10-17 sehen wir die harte Realität, welcher der Fürbitter des Volkes gegenüber stand. Amazja, der Priester von Bethel diffamiert Amos gegenüber dem König Jerobeam als einen Verschwörer, dessen Worte das Land nicht mehr ertragen kann. Er verfälscht die Aussage des Herrn aus Vers 9 indem er zu Jerobeam sagt, dass der König selbst durch das Schwert fallen wird. Diese raffinierte Verdrehung des Wortes Gottes führt dazu, dass die Verbannung aus Israel über den Propheten kommt. Amos kann hier froh sein, dass er nicht ergriffen und getötet wird.

Amos reagiert auf den Befehl Amazjas mit Demut und Bescheidenheit vor dem Herrn und zugleich mit Härte und Klarheit gegenüber dem falschen Priester. Er bezeichnet sich selbst nicht einmal als einen Propheten oder einen Prophetensohn. Im damaligen Reich war es so, dass es Prophetenschulen und Prophetenfamilien gab. Dieses Amt wurde gerne weitervererbt, denn es brachte seinen Trägern religiöse Popularität und materiellen Gewinn ein. Auch Elia hatte ja auf dem Kamel einer ganzen Menge von mehreren Hundert Baalspropheten aus der Prophetenschule Ahabs und Isebels gegenübergestanden.

Amos hat mit all diesen Dingen nichts zu tun. Er wurde von Gott hinter den Viehherden und zwischen den Maulbeerfeigen hervorgeholt und in den Dienst gestellt. Er bildet sich nicht das Geringste auf seine eigene Person ein, und er strebt auch nicht die geringste Ehre oder den geringsten religiösen Profit an. Dies ist das Hauptmerkmal eines echten Propheten. Er hat alle Gottesfurcht und zugleich keine Menschenfurcht. Nur in dieser geistlichen Position kann er einen für Gott wertvollen Dienst tun. Sein Lohn steht bei seinem Gott.

Amazja muss sich deshalb auch in den Versen 16-17 noch ein letztes hartes Wort aus der Gegenwart Gottes anhören. Er hat dem echten Propheten das Reden und das Lehren der Wahrheit verboten. So etwas bleibt bei Gott nicht ohne Konsequenzen. Er selbst wird in die Gefangenschaft gehen und dort einsam sterben. Seine Söhne und Töchter werden durch das Schwert fallen, und das Land seiner Familie wird man vermessen und verteilen an andere. Seine Frau wird zurückbleiben. Sie wird einsam und alleine sein und keine andere Wahl haben, als sich ihren Lebensunterhalt durch Prostitution zu verdienen. Israel wird ganz gewiss aus seinem Land gefangen weggeführt werden. Der Prophet Amos sagt die Wahrheit. Er macht keinen faulen Kompromiss.

 

 

Kapitel 8

Hier wird noch einmal deutlich der Zusammenhang zwischen den Sünden des Volkes und dem kommenden Gericht Gottes herausgestellt. Gott zählt wie auf einer Perlenkette die Hauptsünden auf. Genau wegen dieser Dinge wird das Gericht kommen. Und nicht nur das. Es wird nämlich darüber hinaus auch schnell kommen, denn die Zustände schreien zum Himmel und die Sünder sind überreif geworden für das Gericht.

Genau dieses Bild bringt uns Vers 1, indem er über einen Korb mit reifem Obst redet. Reifes Obst kann man nicht lange liegen lassen, sonst verfault es. Es ist dazu bestimmt, entweder verzehrt oder weggeworfen zu werden. Genau das wird geschehen mit ihnen. Sie werden nicht mehr verschont, denn die Zeit ist jetzt reif in Vers 2. Hier auch eine Erinnerung an den Korb mit den guten und schlechten Feigen in Jer 24. Auch dort stand das Gericht bevor.

In Vers 3 werden die Tempellieder, das unverschämte Geplärr ihres Götzendienstes aus 5,23 schlagartig verstummen, wenn ihre Leichen hingeworfen werden. Hier sagen nicht sie selbst: „Still!“ wie in 6,10, sondern Gott sagt es: „Still!“ Gott will nichts mehr hören. Sie werden jetzt schweigen und ihren falschen Gottesdienst endlich sein lassen.

In Vers 4 haben sie den Armen nachgestellt (was für die Reichen gilt) und die Wehrlosen im Land vernichtet (was für alle gilt, Arme und Reiche, die ihre Stärke gegenüber den Schwachen ausgenutzt haben, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen). Jeder war sich selbst der Nächste. „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!“ So geht es nicht mehr weiter.

In Vers 5 konnten sie es kaum erwarten, nach den Feiertagen (Neumond und Sabbat) wieder mit ihren Betrügereien Gewinn zu machen (falsches Ephamaß, falsches Schekelgewicht, falsche Waage). Sie haben in Vers 6 den Armen um ein Paar Schuhe verkauft und wertlose Spreu als Korn verhökert. Ihr Handelsgut bestand nur noch aus Schummelware und Mogelpackungen. Arme mussten ihr letztes Geld an die Betrüger zahlen und bekamen nichts dafür. Dieses schreiende Unrecht erzürnt Gott aufs Äußerste (Vers 7), er wird es nicht vergessen.

In Vers 8 kündigt Amos nun zum zweiten Mal nach 1,1 das bald kommende Erdbeben an. In 9,5 wird er es noch ein drittes Mal tun. Das Land wird aufwogen, sich heben und senken. In Vers 9 wird die Sonne am Mittag untergehen, und Finsternis wird das Land bedecken. Es wird Jahrhunderte später in Israel ein schwerer Tag kommen, an welchem das Gleiche noch einmal geschehen wird:

Mt 27,45-53: „Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
46 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani, das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«
47 Etliche der Anwesenden sprachen, als sie es hörten: Der ruft den Elia!
48 Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken.
49 Die Übrigen aber sprachen: Halt, lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn zu retten!
50 Jesus aber schrie nochmals mit lauter Stimme und gab den Geist auf.
51 Und siehe, der Vorhang im Tempel riss von oben bis unten entzwei, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.
52 Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt
53 und gingen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.“

 

Dies war der dunkelste Tag der bisherigen Weltgeschichte. Es gab Ausleger der Schrift, welche angenommen haben, dass die dreistündige Finsternis der Gottverlassenheit des Herrn am Kreuz nicht nur das Land Israel betraf, sondern die ganze Erde. Es könnte sehr wohl so gewesen sein, denn am letzten Tag bei der Wiederkunft des Herrn wird es auf jeden Fall so sein. Die ganze Welt wird für einen kurzen Moment (vielleicht auch wieder für drei Stunden; niemand kann das genau wissen) in absoluter Finsternis liegen, bevor das Licht des Herrn am Himmel erscheinen und das Licht der verdunkelten Sonne weit übertreffen wird. Auch das Erdbeben wird wieder geschehen, dann aber nicht nur in Israel, sondern auf der gesamten Erde.

Mt 24,29-30: „Bald aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden.
30 Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“

Off 6,12-17: „Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete, und siehe, ein großes Erdbeben entstand, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der Mond wurde wie Blut;
13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine unreifen Früchte abwirft, wenn er von einem starken Wind geschüttelt wird.
14 Und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden von ihrem Ort weggerückt.
15 Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Heerführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge,
16 und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!
17 Denn der große Tag seines Zorns ist gekommen, und wer kann bestehen?“

Off 16,17-18: „Und der siebte Engel goss seine Schale aus in die Luft; und es ging eine laute Stimme aus vom Tempel des Himmels, vom Thron her, die sprach: Es ist geschehen!
18 Und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze, und ein großes Erdbeben geschah, wie es dergleichen noch nie gegeben hat, seit es Menschen gab auf Erden, ein solch gewaltiges und großes Erdbeben.“

 

Vers 10 kehrt wieder zurück in die Zeit von Amos und zu dem kommenden Erdbeben in Israel. Sie werden nicht mehr feiern, sondern an ihren Festtagen Tage der Trauer und der Klage ausrufen. Ihre Tempelgesänge werden zu Klageliedern werden. Man wird mit Sacktuch und mit geschorenem Haupt einhergehen, so als würde man um den einzigen Sohn trauen, um den Eingeborenen. Hier schauen wir erneut durch die Jahrhunderte hindurch in die Zukunft.

Sach 12,10-13,2: „Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen [Sohn], und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen.
11 An jenem Tag wird es eine große Klage geben in Jerusalem, wie die Klage in Hadad-Rimmon war in der Ebene von Megiddo.
12 Und das Land wird klagen, jedes Geschlecht für sich; das Geschlecht des Hauses David für sich und ihre Frauen für sich, das Geschlecht des Hauses Nathan für sich und ihre Frauen für sich;
13 das Geschlecht des Hauses Levi für sich und ihre Frauen für sich, das Geschlecht der Simeiter für sich und ihre Frauen für sich;
14 ebenso alle übrigen Geschlechter, jedes Geschlecht für sich und ihre Frauen für sich.

1 An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner von Jerusalem ein Quell eröffnet sein gegen Sünde und Unreinheit.
2 Und es soll geschehen an jenem Tag, spricht der HERR der Heerscharen, da will ich die Namen der Götzen aus dem Land ausrotten, dass sie nicht mehr erwähnt werden; auch die Propheten und den Geist der Unreinheit will ich aus dem Land vertreiben.“

Luk 23,45-48: „Und die Sonne wurde verfinstert, und der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei.
46 Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
47 Als aber der Hauptmann sah, was geschah, pries er Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mensch war gerecht!
48 Und die ganzen Scharen, die herbeigekommen waren zu diesem Schauspiel – als sie sahen, was geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten zurück.“

Apg 2,36-40: „So soll nun das ganze Haus Israel mit Gewissheit erkennen, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!
37 Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?
38 Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.
40 Und noch mit vielen anderen Worten gab er Zeugnis und ermahnte und sprach: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!“

 

Für Israel im Nordreich wird in den Versen 11-12 eine Zeit kommen, wenn Gott ihnen nichts mehr zu sagen hat. Sie werden in der Not des Gerichts das ganze Land durchstreifen auf der Suche nach dem Wort Gottes, und sie werden es nicht finden. Es wird keine Schriftrolle mehr da sein, kein Priester mehr, kein Prediger der Wahrheit und kein echter Prophet mehr. In den Versen 13-14 werden die jungen Männer und die schönen Jungfrauen des Landes verschmachten vor Durst nach natürlichem Wasser und nach dem Wasser des Lebens, dem Wort Gottes. Sie haben sich vollständig mit dem Götzendienst von Dan und Bethel identifiziert, sie haben darin den Weg, die Wahrheit und das Leben gesehen. Nun werden sie zusammen mit diesem Dienst von der Fläche der Erde verschwinden.

Dies waren die geistlichen Verhältnisse im Nordreich kurz vor dem Untergang. Der Herr musste sie alle sich selbst überlassen, denn es gab keine Hoffnung mehr für diese Generation. Viele Jahrzehnte später stand dann der Prophet Jeremia im Südreich genau der gleichen Situation gegenüber. Auch dort gab es am Ende niemanden mehr, der noch die Wahrheit kannte. Jeremia wurde zwar gehört, aber nicht mehr verstanden. Das Verderben war auch dort unausweichlich, es gab keine Gnade mehr für Jeremias Generation. Das Wort des Herrn konnte diese Leute einfach nicht mehr erreichen.

Nach der Rückkehr des Überrestes aus der babylonischen Gefangenschaft und nach der ersten Zeit des Wiederaufbaus kam es erneut zu einer geistlichen Verödung im Land. Sacharja wurde getötet, und Maleachi war kurz danach der letzte echte Prophet Gottes für das wieder einmal abtrünnige Volk. Sie mussten durch die Nöte des Perserreiches gehen, durch die Eroberung der Griechen, durch die Makkabäerkriege und schließlich durch die Eroberung der Römer. Gott schwieg, während sie in tiefer Dunkelheit saßen. Doch dann, nach ungefähr 400 Jahren, hörten sie das Wort des Propheten Johannes des Täufers und sahen kurz danach das helle Licht des Herrn. Das Wort wurde Fleisch und kam zu ihnen. Sie konnten den Herrn sehen und hören! Ihr Hunger wurde gestillt, und die Volksmengen liefen dem Herrn hinterher. Doch wieder war es nur von kurzer Dauer. Der Herr wurde verworfen und gekreuzigt.

Nach seiner Auferstehung gründete er in seiner Himmelfahrt und Thronbesteigung zur Rechten des Vaters das ewige Reich Gottes. Der Heilige Geist kam auf die Erde, die Gemeinde als der Leib Christi wurde am Pfingsttag in Jerusalem gebildet, und seither wird dieses Reich durch das Wort des Evangeliums auf der ganzen Erde verkündigt. Es wächst und wächst. Viele Hungernde und Dürstende sind schon durch dieses Wort gefunden worden. Sie wurden gesättigt, und ihr Durst wurde gestillt.

An die verlorene Welt ergeht bis heute der Ruf des Evangeliums. Das Wort läuft bis an die Enden der Erde. Aber noch immer gibt es nicht nur Gehorsam, sondern auch Ungehorsam, heftigen Widerstand, Feindschaft und Verfolgung. Der Herr sitzt im Himmel. Er leitet sein Volk mit dem Stab des Hirten, und er züchtigt die gottlosen Nationen mit der eisernen Rute. Er herrscht vom Himmel aus und baut sein Reich, bis alle Feinde ihm am Ende zu Füßen liegen. Dann wird er wiederkommen und das Reich dem Vater übergeben für immer und ewig.

Ps 23,3-4: „Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich.“

Ps 2,7-10: „Ich will den Ratschluss des HERRN verkünden; er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.
8 Erbitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum.
9 Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen!«
10 So nehmt nun Verstand an, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter der Erde!“

Ps 110,1-2: „Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße!
2 Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken von Zion: Herrsche inmitten deiner Feinde!“

Off 12,5: „Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heidenvölker mit eisernem Stab weiden wird; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron.“

1Kor 15,23-26: „Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft;
24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, wenn er jede Herrschaft, Gewalt und Macht beseitigt hat.
25 Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.
26 Als letzter Feind wird der Tod beseitigt.“

 

In der Geschichte gab es auf der ganzen Erde bis in unsere Zeit hinein wiederholte Zeiten von Segen und Dürre, wiederholte Zeiten von Erweckung und Abfall, wiederholte Zeiten von Rettung und Gericht. Dies betraf Nationen, Gruppen oder Einzelpersonen. Die Herrschaft des Herrn auf seinem Thron, der die Buchrolle der Wege Gottes mit der Welt in seiner Hand hält, wird uns in der Offenbarung verdeutlicht.

Die sieben Siegel der Buchrolle in der Hand des Herrn beschreiben die geistlichen Überschriften oder Prinzipien seines Handelns in der Zeit zwischen seiner Himmelfahrt und seiner Wiederkunft. Gemäß diesen „Buchtiteln“ oder Grundsätzen richtet der Herr sein praktisches Handeln in der Welt bis zu seinem zweiten Kommen aus. Alle Welt, sowohl die Gläubigen als auch die Ungläubigen, haben unter diesen Prinzipien zu leben.

Die ersten vier Siegel zeigen uns die berühmten apokalyptischen Reiter: Der weiße Reiter zeigt den Sieg des Reiches Gottes und des Evangeliums in der Welt. Die übrigen drei Reiter: Krieg, Teuerung, Hunger, Seuchen, Tod. Das fünfte Siegel beinhaltet eine Frage der Gläubigen: „Wie lange soll das alles noch andauern, Herr?“ Das sechste Siegel bringt die Antwort: „Bis zum Endgericht über die ganze Welt“. Das siebte und letzte Siegel in Off 8,1 ist das Handeln Gottes infolge der Gebete der Heiligen auf der Erde, welche wie Weihrauch zu seinem Altar aufsteigen! Gott erhört Gebet.

Auf die Siegel folgen die Posaunen. Sie stellen Gottes Warnsignale für die verlorene Welt dar. Sie fordern die Menschen zur Umkehr auf. Sie können vielerlei Gestalt annehmen. Katastrophen aller Art am Himmel, auf der Erde und auf dem Meer. Gott bringt die Posaunen der Warnung bisweilen auch deshalb über die Ungläubigen der Welt, weil die Gläubigen zu ihm gebetet haben. Hast Du das schon einmal selbst erlebt, lieber Leser? Der Schreiber hat es erlebt. Einzelne Menschen, die die Gläubigen stark bedrängt haben, wurden von Gott durch ein Posaunengericht gewarnt. Auch die Apostel und viele andere Geschwister kennen es.

Unter der fünften Posaune stehen weltweite dämonische Manifestationen. Weltgeschichtlich betrachtet war dies immer der Fall in gewissen Kulturen und religiösen Systemen. Am Ende wird es weltweit in nie dagewesenem Ausmaß der Fall sein. Die ganze Menschheit mit Ausnahme der Gläubigen wird dem Satan dienen und gehorchen. Die sechste Posaune zeigt uns gewaltige kriegerische Auseinandersetzungen mit vielen Opfern unter den Menschen. In der Geschichte zunächst regionale Kriege, am Ende Weltkriege. Die siebte Posaune ist die Posaune des Weltendes, wenn der Herr am Ende der Geschichte wiederkommt. Die Posaunen werden immer wieder geblasen, von den meisten Menschen werden sie jedoch nicht beachtet. Diese Menschen ignorieren den Ruf Gottes, bis es zu spät ist. Am Ende schweigt Gott. Er muss schließlich über diese Menschen und am Ende über die ganze Welt das Gericht bringen.

Zunächst haben wir alle in der Welt unter den Prinzipien zu leben, welche die Siegel uns zeigen. Ein Mensch kann durch diese Nöte entweder zur Umkehr gebracht werden und zum Glauben kommen, oder er kann sich verhärten. Gott muss die Intensität seiner Züchtigung immer weiter steigern, um den Menschen mit den Konsequenzen seiner Sünde und mit seiner Ohnmacht als kleinem Geschöpf zu konfrontieren. Die Geretteten werden von Gott weitergeführt und zum ewigen Leben bewahrt. Die Unbußfertigen steigern ihre Gottlosigkeiten, bis sie letztendlich in ihren Seelen so verschlossen sind, dass sie trotz aller Warnungen Gottes nicht mehr umkehren. Gott hat sie gesucht, aber sie haben sich nicht finden lassen und haben ihn auch selbst niemals gesucht. Dieser Lebensweg führt in ein gewaltsames Ende.

Das Ende im Gericht Gottes ist in der Offenbarung sichtbar in den Schalengerichten. Alle sieben Schalen kommen nacheinander im selben Kapitel. Hier gibt es kein Intermezzo mehr zwischen der sechsten und siebten Schale, wie dies bei den Posaunen der Fall war. Dies ist das Ende. Die Prinzipien Gottes unter den Siegeln kommen hier ebenso zur Vollendung wie die praktischen Warnungen unter den Posaunen. Das Leben vieler einzelner Menschen in der Weltgeschichte ist so verlaufen: Zuerst Leiden in der Welt, danach trotz der Warnungen Gottes in ihrem Leben keine Umkehr, sondern Verhärtung, danach immer weitere Zunahme der Sünde im Leben, danach das gewaltsame Ende unter der richtenden Hand Gottes: Siegel, Posaune, Schale! Am Ende wird es die ganze Welt betreffen.

Heute ist noch Zeit zur Umkehr. Gott bringt das Evangelium. Wer es in echter Buße und im Glauben annimmt, der wird gerettet. Wer es ablehnt, der wird von Gott vielleicht noch weitere Male gesucht und gerufen. Wenn ein Mensch sich jedoch endgültig verhärtet, dann wird auch für ihn der Tag kommen müssen, an welchem Gott ihm nichts mehr zu sagen hat. Das ist das Ende für ihn, auch wenn der Mensch selbst es noch nicht bemerkt hat. Dieser Gedanke ist schrecklich.

 

 

Kapitel 9

In Vers 1 sieht der Prophet, wie der Engel des Herrn (der Herr) am Altar der Götzen von Bethel steht. Verschiedene Propheten des Alten Testamentes haben ähnliche Visionen gehabt. Denken wir hier an Jesaja in seinem sechsten Kapitel und Sacharja in seinen Nachtvisionen. Amos soll den Altar schlagen, damit alles einstürzt und die Götzendiener begraben werden. Wir werden erinnert an Simson in Ri 16,27-30, der im Götzentempel der Philister den Herrn anrief und in der Kraft Gottes alles zum Einsturz brachte. Der Rest des Volkes wird durch das Schwert der kommenden Assyrer fallen. Die Verse 2-4 erinnern uns an ein Wort aus den Psalmen:

Ps 139,7-12: „Wo sollte ich hingehen vor deinem Geist, und wo sollte ich hinfliehen vor deinem Angesicht?
8 Stiege ich hinauf zum Himmel, so bist du da; machte ich das Totenreich zu meinem Lager, siehe, so bist du auch da!
9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres,
10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten!
11 Spräche ich: »Finsternis soll mich bedecken und das Licht zur Nacht werden um mich her!«,
12 so wäre auch die Finsternis nicht finster für dich, und die Nacht leuchtete wie der Tag, die Finsternis [wäre für dich] wie das Licht.“

 

Keiner von ihnen kann sich vor dem Herrn verbergen, weder in der geschützten Komfortzone, noch an irgendeinem anderen Ort. Sogar auf dem Weg in die Gefangenschaft wird die Hand des Herrn sie erreichen. Sie haben die Gnade Gottes verspielt, nun ist der Herr zornig auf sie. Er wird ihnen Böses tun (Vers 4). Diese Offenbarung ist düster und endgültig. Sie können jetzt nichts mehr tun, um das Gericht Gottes abzuwenden. Der Prophet Jeremia lebte in einer ähnlichen inneren Spannung. Gott verbot ihm im Verlauf seines Dienstes, für das Volk zu bitten, denn auch Jeremia würde nicht mehr erhört werden. Sogar Samuel wäre nicht mehr erhört worden. Es kann ein Punkt kommen, wo es in den Wegen Gottes keine Gnade mehr gibt, und dieser Punkt ist jetzt für das Volk erreicht. Auch in unserer heutigen Zeit müssen wir die Menschen vor dem Irrtum warnen, dass Gott immer weiter Geduld haben wird. Eines Tages wird seine Geduld zu Ende sein, und er wird das Gericht bringen müssen. Niemand von uns kennt dieses „Datum Gottes“. Es könnte noch einige Zeit dauern, aber es könnte auch schon sehr bald sein.

Ps 2,10-12: „So nehmt nun Verstand an, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter der Erde!
11 Dient dem HERRN mit Furcht und frohlockt mit Zittern.
12 Küsst den Sohn, damit er nicht zornig wird und ihr nicht umkommt auf dem Weg; denn wie leicht kann sein Zorn entbrennen! Wohl allen, die sich bergen bei ihm!“

Hebr 3,7-8: „Darum, wie der Heilige Geist spricht: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört,
8 so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung, am Tag der Versuchung in der Wüste.“

 

In Vers 5 spielt der Prophet nach 1,1 und 8,8 ein letztes Mal auf das bald kommende Erdbeben an. Dies weist darauf hin, dass die Prophetie des neunten Kapitels ebenso wie Kapitel 8 mit hoher Wahrscheinlichkeit noch innerhalb der zwei Jahre gegeben wurden, von denen bereits in Kapitel 1 die Rede ist. Gott ist der Herr über den Himmel, über die Meere und sogar über die Festigkeit des Erdbodens, auf dem wir alle stehen. Die Wiederkunft des Herrn am letzten Tag wird mit einem gewaltigen weltweiten Erdbeben einhergehen. Die Erde wird an allen Orten zerreißen, das Feuer aus der Tiefe wird nach oben schießen und zusammen mit dem feurigen Hagel vom Himmel die Erde verbrennen. Die ganze Erdoberfläche wird so verbrannt werden wie einst Sodom und Gomorrha.

1Mo 19,23-28: „Und die Sonne ging auf über der Erde, als Lot nach Zoar kam.
24 Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen auf Sodom und Gomorra, vom HERRN, vom Himmel herab,
25 und er zerstörte die Städte und die ganze Umgebung und alle Einwohner der Städte und was auf dem Erdboden gewachsen war.
26 Und [Lots] Frau schaute zurück hinter seinem Rücken; da wurde sie zu einer Salzsäule.
27 Abraham aber begab sich früh am Morgen zu dem Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte.
28 Und er blickte hinab auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Land jener Gegend und sah sich um, und siehe, ein Rauch ging auf von dem Land, wie der Rauch eines Schmelzofens.“

2Pe 3,10-14: „Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen.
11 Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht,
12 indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden!
13 Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.
14 Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden!“

Off 16,17-18: „Und der siebte Engel goss seine Schale aus in die Luft; und es ging eine laute Stimme aus vom Tempel des Himmels, vom Thron her, die sprach: Es ist geschehen!
18 Und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze, und ein großes Erdbeben geschah, wie es dergleichen noch nie gegeben hat, seit es Menschen gab auf Erden, ein solch gewaltiges und großes Erdbeben.“

 

In Vers 7 sind die Kinder des Nordreiches nur noch wie die Kinder Kuschs. Kusch war der erste Sohn Hams, des Sohnes Noahs. Mizraim war der zweite Sohn, der Vater der Ägypter nach

1Mo 10,6-8: „Und dies sind die Söhne Hams: Kusch, Mizraim, Put und Kanaan.
7 Und die Söhne Kuschs: Seba, Hawila, Sabta, Ragma, Sabtecha. Und die Söhne Ragmas: Scheba und Dedan.
8 Auch zeugte Kusch den Nimrod; der war der erste Gewalthaber auf Erden.“

 

Das Volk ist geistlich gesprochen den Ägyptern gleichgeworden, aus deren Gebiet es von Gott im Auszug unter Mose herausgeführt wurde. Sie gleichen auch den Philistern und den Aramäern, die ebenfalls aus anderen Gebieten an ihre jetzigen Wohnorte geführt wurde. Warum sollte Gott sie nicht auch wieder vertreiben können?

In den Versen 8-10 sind Gottes Augen auf das sündige Königreich des Nordens gerichtet, damit es vom Erdboden vertilgt wird. Das Haus Jakob wird jedoch nicht ganz vertilgt werden, denn das Reich Juda (der vierte Sohn Jakobs) im Süden wird zunächst noch verschont bleiben. Danach werden auch sie in die Gefangenschaft unter die Nationen gehen, sie werden aber nach 70 Jahren wieder zurückkehren dürfen in ihr Land, so wie Jeremia es einige Jahrzehnte später deutlich geweissagt hat. Gott wird sie sieben, und alle Sünder des Volkes werden durch die Hand der Heiden sterben. Nur ein gottesfürchtiger Rest wird zurückkehren.

Diese Verheißung hat sich zunächst einmal bis zur Zeit des Herrn Jesus Christus erfüllt, als Israel wieder ein aufgebautes und von Juden bevölkertes Land war. Aber auch in diesem Land hatte der Unglaube unter der Führung einer gottlosen Kaste von Politikern, Pharisäern, Priestern und Schriftgelehrten wieder weit um sich gegriffen. Der Herr musste Jahrhunderte später den zweiten Untergang der Nation Israel des Alten Testamentes ankündigen. Er geschah in den Jahren 70-135 n.Chr., als die Israeliten unter alle Nationen der Erde zerstreut wurden.

Zahlreiche Ausleger unserer Zeit sehen eine weitere Erfüllung in der gegenwärtigen Sammlung der irdischen Nation Israel im Mittleren Osten aus allen Nationen der Erde. Diese Sammlung soll in nicht allzu ferner Zukunft zu einer 1000-jährigen Herrschaft Israels unter dem Messias der Juden über die ganze Erde führen. Die betreffende Lehre ist aus Sicht des Schreibers dieses Textes nicht zutreffend. Zu einer näheren Erläuterung dieser Thematik verweisen wir auf folgende Texte: „Der Nahostkonflikt aus Sicht der Bibel“ und „Das biblische Millennium und die Endzeit“. Zuletzt auch auf Kapitel 7 des Buches „Der Drache kommt!“ unter www.DieLetzteStunde.de.

Die endgültige Erfüllung der Prophetie hat nämlich bereits zur Zeit des Neuen Testamentes begonnen, und zwar in der Sammlung der geistlichen Nation Israel, der Gemeinde der jüdischen und nichtjüdischen Gläubigen aus allen Nationen der Erde, durch die Verkündigung des Evangeliums vom Herrn Jesus Christus. Diese Nation lebt körperlich heute noch auf dieser Erde, und sie wird mehr und mehr bedrängt und weltweit verfolgt. Geistlich gehört sie jedoch nicht mehr dieser Welt an, sondern der neuen und ewigen Schöpfung. Zahlreiche Gläubige der Vergangenheit haben diese Erde bereits verlassen, ihre Seelen sind in die himmlische Gegenwart des Herrn eingegangen.

Die Erfüllung der Prophetie wird schließlich vollendet werden in der Wiederkunft des Herrn am Ende dieser Weltzeit, wenn er die alte Erde im Feuer verbrennen wird. Alle Nationen dieser Erde werden untergehen, alle Verfolger der Christen und alle anderen Menschen, welche die Rettung des Herrn Jesus Christus abgelehnt haben, werden ins Gericht Gottes gehen müssen. Danach wird der Herr die erneuerte und ewige Erde, das ewige Land der Verheißung, auf immer mit seinem Volk bewohnen. Dieser Gedanke führt uns zur Auslegung der abschließenden fünf Verse des Buches, denn er ist dort das große Thema.

Wir kommen nun zu dem wohl bekanntesten Vers des Buches Amos, nämlich zu Kapitel 9, Vers 11. Er redet darüber, dass die zerfallene Hütte Davids wieder aufgerichtet werden soll. Von den Vertretern des Dispensationalismus (und insbesondere der futuristischen Variante dieser Lehre) wird dieser Vers auf ein kommendes 1000-jähriges Reich gedeutet, obwohl die Zeitspanne von 1000 Jahren hier überhaupt nicht erwähnt wird. Ebenso findet sie sich im gesamten Alten Testament an keiner einzigen anderen Stelle des prophetischen Wortes. Diese Tatsache ist sehr bedeutsam, und sie sollte uns zu denken geben. Gemäß der Lehre des Dispensationalismus soll sich dieses 1000-jährige Reich auf der jetzigen Erde abspielen. In diesem Reich soll das irdische Israel mit seinem Messias über alle Nationen der Erde uneingeschränkt herrschen.

Die Lehre ist aus dem Wortlaut des Textes nicht zu begründen, und zwar insbesondere dann nicht, wenn wir Schrift mit Schrift vergleichen. Genau dazu sind wir beim Lesen des Wortes Gottes verpflichtet. Wir müssen die relevanten Aussagen Gottes zu diesem Thema zusammentragen und bereit sein, uns diesen Aussagen unterzuordnen. Die Bibel ist das Wort des lebendigen Gottes, und dieses Wort steht über unserem Denken und unseren privaten Auslegungen. Wir sind gerade bei Vers 11 in der glücklichen Lage, dass der Herr uns im Neuen Testament die richtige Auslegung vorgibt. Wir hoffen das nun zu erkennen.

Die Hütte Gottes bei den Menschen war im Alten Testament zunächst einmal die Stiftshütte, welche Mose in der Wüste bauen ließ. Die Stiftshütte wanderte mit dem Volk durch die Wüste bis in das verheißene Land hinein. Dann kam sie über verschiedene Stationen nach Silo. Die Hütte enthielt die heiligen Dinge Gottes, vor allem natürlich die Bundeslade im Allerheiligsten. Die Stiftshütte wurde schließlich zerstört, und die Bundeslade ging für einige Zeit an die Philister verloren, als Gott den Priester Eli und seine Söhne in 1Sam 4 richten musste. Nachdem die Bundeslade für viele Jahre im Haus Abinadabs in Kirjath-Jearim geblieben war und zuletzt noch eine weitere Station durchlaufen hatte, wurde sie schließlich vom König David in Jerusalem eingeführt, nachdem David die Stadt als seinen Königssitz eingenommen hatte. Wir finden die Geschichte in 2Sam 6.

2Sam 6,17-19: „Und sie brachten die Lade des Herrn hinein und stellten sie an ihren Ort, innerhalb des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und David opferte Brandopfer und Friedensopfer vor dem Herrn.
18 Und als David die Brandopfer und die Friedensopfer vollendet hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn der Heerscharen.
19 Und er verteilte an das ganze Volk, an die ganze Menge Israels, Männer und Frauen, an jeden einen Brotkuchen und einen Trunk Wein
(Elberfelder und KJV) und einen Rosinenkuchen. Und das ganze Volk ging hin, jeder in sein Haus.

 

David führte die Bundeslade unter großem Jubel nach Jerusalem und stellte sie in einem eigens dafür errichteten Zelt auf dem Berg Zion auf. An diesem Tag herrschte große Freude unter dem ganzen Volk, und alle erhielten von David einen Brotkuchen und einen Trunk Wein. Warum war die Freude so groß? Die Antwort auf diese Frage lautet, dass wir hier nichts weniger haben als die Zelthütte Davids, die Hütte Gottes bei den Menschen, und zwar auf dem irdischen Berg Zion im irdischen Jerusalem. Wir finden hier fünf Personen beziehungsweise Dinge: David, die Hütte Davids, den Berg Zion, Brot und Wein.

Erkennen wir die geistliche Bedeutung des Bildes? Es handelt sich hier um eine klares alttestamentliches Abbild der neutestamentlichen Anbetung, wo die Gläubigen unserer heutigen Zeit geistlich gesehen in das himmlische Zion und sein Heiligtum eintreten und wo der wahre David, der Herr Jesus Christus, ihnen begegnet und ihnen Brot und Wein darreicht. Das Bild weist zudem zurück auf 1Mo 14, wo der Priesterkönig Melchisedek aus dem Heiligtum Salems (des Friedens) heraustrat und Abraham ebenfalls Brot und Wein darreichte.

Dieser Zustand der freien Anbetung vor dem Zelt, ohne die Begrenzungen der Stiftshütte, hielt im damaligen Israel für etwas mehr als 30 Jahre an, bis schließlich Salomo den Tempel baute und die Bundeslade hinter die Mauern und hinter den Vorhang des Allerheiligsten zurückbrachte. Es findet sich hierin eine geistlich interessante Parallele zu der ungefähren Lebensdauer des Herrn auf dieser Erde. Nach dem Tempelbau wurde die Hütte Davids auf dem irdischen Berg Zion nicht mehr gebraucht und verfiel.

Wir wissen wie es in Israel weiterging. Das Reich wurde bereits unter Salomos Sohn Rehabeam geteilt. Das Nordreich verfiel unmittelbar dem Götzendienst und ging schließlich durch die Hand der Assyrer unter. Das Südreich mit dem Tempel erlebte ein Wechselspiel zwischen gläubigen und gottlosen Königen, bis der Zustand auch dort so weit verdorben war, dass Gott die Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Hand der Babylonier bringen musste. Während des Abfalls im Nordreich mit dem drohenden Gericht durch die Assyrer kommt nun Amos zu dem Volk mit der Aussage unseres Verses.

Manche Zeitgenossen von Amos wussten aus der Geschichte, dass die Zelthütte Davids schon lange verfallen war. Sie glaubten nun durch das Wort des Propheten zu wissen, dass einmal die von Vielen ersehnte Wiederherstellung dieser Hütte kommen würde. Sie erkannten jedoch noch nicht die wahre geistliche Bedeutung des Wortes, denn Amos redet hier im Vorausblick auf das Kommen des Herrn Jesus, des wahren Melchisedek und des wahren David, und benutzt in Teilen seines Bildes Symbolsprache.

Die Jahrhunderte verstrichen. Es kamen die Assyrer, danach die Babylonier. Am Ende der babylonischen Gefangenschaft offenbarte Gott dem Propheten Daniel den genauen Zeitplan für die Ankunft des Messias Israels und der Welt (Dan 9,24-27). Maleachi war der letzte schreibende Prophet. Es kamen die Perser, die Griechen, die Makkabäer und schließlich die Römer. Und dann war es endlich so weit: Gott selbst wurde Mensch, der Herr Jesus Christus.

Joh 1,14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte (wörtlich: zeltete) unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

 

Der menschliche Leib Jesu war die neutestamentliche Hütte Gottes unter den Menschen, in welcher die Herrlichkeit des lebendigen Gottes hinter dem Vorhang seines Fleisches (Hebr 10,20) inmitten seines Volkes wohnte! Der menschliche Leib des Herrn war der lebendige Tempel des Heiligen Geistes. Kurz nach dem Beginn seines öffentlichen Dienstes redete der Herr zu den Juden ein schwerwiegendes Wort.

Joh 2,19-21: „Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten!
20 Da sprachen die Juden: In 46 Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?
21 Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.

 

Was geschah danach? Der Tempel des Leibes Jesu wurde auf Golgatha durch den Tod abgebrochen und in der Auferstehung des Herrn am dritten Tag in verherrlichter Form wieder aufgerichtet, genauso wie es der Herr selbst gesagt hatte. Viele Christen sahen den auferstandenen Herrn mit eigenen Augen und konnten ihn bezeugen. Vor den Augen seiner Jünger fuhr er schließlich auf in den Himmel. Er wird genauso wiederkommen zum Gericht am letzten Tag.

Danach entstand an Pfingsten die große Gemeinde aller Gläubigen, in welchen der Heilige Geist Wohnung nahm. So wie im Alten Testament die Feuersäule der Herrlichkeit Gottes auf den Berg Sinai, auf das Zelt der Zusammenkunft, auf die Stiftshütte und schließlich auf den Tempel Salomos herabgekommen war, um darin zu wohnen, genauso kamen auch am Pfingsttag Miniaturfeuersäulen in Form von Feuerzungen auf jeden einzelnen der Zeugen in Jerusalem um zu zeigen, dass Gott nun als Heiliger Geist Wohnung in jedem einzelnen Gläubigen genommen hatte. Nun war jeder Gläubige und auch die Versammlung der Gläubigen als ganze für immer und ewig der Tempel des Heiligen Geistes geworden.

Der Leib Christi ist die im Geist Gottes durch die Auferstehung Jesu Christi aufgerichtete Zelthütte Gottes unter den Menschen. So wie die Herrlichkeit Gottes in dem fleischlichen Leib des einen Menschen Jesus Christus gewohnt hatte, so wohnte sie von Pfingsten an in der Auferstehung des Herrn in dem geistlichen Leib Christi, welcher die Gemeinde ist.

1Kor 3,16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?

2Kor 6,16: „Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und sie sollen mein Volk sein.“

3Mo 26,11-12: „Ich will meine Wohnung in eure Mitte setzen, und meine Seele soll euch nicht verabscheuen;
12 und ich will in eurer Mitte wandeln und euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.“

 

Die Gemeinde ist somit nicht nur der geistliche Leib Christi im Neuen Testament als verherrlichte Fortsetzung seines gestorbenen fleischlichen Leibes in der Auferstehung, sondern sie ist auch der lebendige, weltweite geistliche Tempel Gottes als Fortsetzung des zerstörten Steintempels Israels aus dem Alten Testament. Außerdem ist sie auch die in geistlicher Weise wieder aufgerichtete Zelthütte Davids als Fortsetzung der zerfallenen materiellen Zelthütte des Alten Testamentes.

Diese Auslegung wird durch den weiteren Text der Heiligen Schrift untermauert. Auf dem Konzil in Jerusalem in Apg 15 geht es um die große Frage, ob man Gläubigen aus den Nationen die gleichen zeremoniellen Lasten auferlegen solle wie den Juden unter dem Gesetz Moses. Die Frage wird letztlich verneint. Im Verlauf der Diskussion spricht Jakobus die entscheidenden Worte.

Apg 15,14-18: „Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen.
15 Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht:
16 Nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten,
17 damit die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut.
18 Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt
.“

 

Hier haben wir die neutestamentliche Stelle, welche uns den Vers 11 erklärt. Jakobus zitiert hier Amos und bezeichnet die Sammlung der Gemeinde Christi aus allen Nationen als die Erfüllung des Prophetenwortes: „Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht…“. Amos 9,11 ist in der Entstehung der Gemeinde des neuen Bundes an Pfingsten erfüllt. Die verfallene Hütte Davids ist geistlich wieder aufgerichtet, und sie wird bis zu ihrer Vollendung bei der Wiederkunft Christi weiter gebaut. Dieses Zeugnis des Wortes Gottes aus dem Mund seines Dieners Jakobus ist bei ehrlicher und schriftgemäßer Deutung unwiderlegbar. Die Vollendung unseres Themas finden wir schließlich in

Off 21,1-3: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr.
2 Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.
3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.“

 

Das neue Jerusalem, die Frau Gottes, kommt von Gott aus dem Himmel auf die erneuerte Erde, nachdem die neue Schöpfung gegründet worden ist. Der Heilige Geist bezeichnet diese Stadt, welche nichts anderes ist als der Leib Christi und der aufgerichtete Tempel des Heiligen Geistes, die Gemeinde aller Erlösten, als die Hütte Gottes bei den Menschen. Christus wird für immer geistlich in und sichtbar inmitten all seiner Erlösten leben. Die Zelthütte des großen und wahren David, die Gemeinde, der verherrlichte geistliche Leib Christi, wird mit dem Haupt in Vollkommenheit vereinigt sein. Gott wird alles in allem sein.

Der ewige Paradiesgarten Gottes wird in verherrlichter Form da sein, es wird die ganze neue Schöpfung sein. So wie beim Laubhüttenfest des alten Israel die Tempeltüren geöffnet blieben, so wird auch jeder einzelne Gläubige in der Ewigkeit des neuen Jerusalem freien Zutritt in die direkte persönliche Gegenwart seines Herrn haben. Das wird für Dich und für mich gelten, lieber Bruder und liebe Schwester! So wie die Nacht über der Stadt Jerusalem im alten Israel am Laubhüttenfest durch das Licht der gewaltigen Leuchter aus dem Tempel heraus hell erleuchtet wurde, so wird der Herr, das Lamm Gottes, die Lampe des neuen Jerusalem in der Ewigkeit sein. Nacht wird nicht mehr sein.

So wie der Herr in Jerusalem beim Laubhüttenfest die Ausgießung des lebendigen Wassers ankündigte (Joh 7,37-38), welches im Strom von Eden in 1Mo 2,10 und im Strom von Hes 47,1-13 im Alten Testament schon gesehen wurde, so wird auch der kristallklare Strom des Segens aus dem ewigen Heiligtum der neuen Schöpfung zu jedem einzelnen Gläubigen fließen. Dies wird die endgültige Erfüllung des Laubhüttenfestes der Israeliten des Alten Testamentes sein. Wir kommen wieder zurück zu unserem Kapitel.

Die Verse 12-15 reden infolge der soeben erläuterten Dinge teilweise in normaler Sprache, teilweise auch in Symbolsprache. Sie müssen auf verschiedenen Deutungsebenen ausgelegt werden. Die erste Deutungsebene ist die Rückkehr des Überrestes aus dem Haus Jakobs (Vers 8), also aus dem ganzen Volk Israel (denn Jakob war ja der Vater aller 12 Stämme), nach den kommenden Zerstörungen durch Assyrien und Babylon. Das Land wurde wieder fruchtbar, die Städte wurden wieder aufgebaut.

Die zweite Ebene bezieht sich auf die Gründung des geistlichen Reiches Gottes durch den Dienst des Herrn auf dieser Erde. Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist (Rö 14,17). Die Bürger dieses Reiches lernen den Krieg nicht mehr, denn die Schwerter ihrer Herzen sind umgewandelt zu Pflugscharen für den Ackerbau Gottes.

Jes 2,4-5: „Und er wird Recht sprechen zwischen den Heiden und viele Völker zurechtweisen, sodass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden werden und ihre Speere zu Rebmessern; kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen.
5 – Komm, o Haus Jakobs, und lasst uns wandeln im Licht des HERRN!“

Mi 4,3: „Und er wird das Urteil sprechen zwischen großen Völkern und starke Nationen zurechtweisen, die weit weg wohnen, sodass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Spieße zu Rebmessern; kein Volk wird gegen das andere ein Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen;“

 

Sie sind Pflüger, Sämänner, Schnitter und Traubenkelterer geworden. Sie bringen durch ihren Dienst im Acker der Welt und im Weinberg der Welt das Korn und den Most für den Herrn ein. Wir finden das gleiche Bild auch bei dem Propheten Hosea:

Hos 2,20-24: „An jenem Tag will ich auch zu ihren Gunsten einen Bund schließen mit den Tieren des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und mit allem, was auf Erden kriecht; und ich will Bogen, Schwert und alles Kriegsgerät im Land zerbrechen und sie sicher wohnen lassen.
21 Und ich will dich mir verloben auf ewig, ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmen;
22 ja, ich will dich mir verloben in Treue, und du wirst den HERRN erkennen!
23 Und es soll geschehen an jenem Tag, spricht der HERR, da will ich antworten; ich will dem Himmel antworten, und er soll der Erde antworten;
24 und die Erde wird antworten mit Korn, Most und Öl, und diese werden Jesreel antworten.“

 

Es wird hier bei Hosea ein Bund des Friedens mit der ganzen Schöpfung geschlossen werden, alle Kriegsgeräte werden für immer zerbrochen sein. Wir sehen ein Volk, mit welchem sich der Herr für immer und ewig verlobt hat. Dieses Volk ist die Gemeinde des neuen Bundes. Der Herr wird dem Himmel antworten (Hos 2,23), und der Himmel wird der Erde antworten.

Der Herr hat in seinem Leben die gerechten Ansprüche des Vaters im Himmel durch sein vollkommenes Leben auf der Erde in jeder Hinsicht erfüllt. Er hat von der Erde aus die vollkommene Antwort eines Menschen auf die Sehnsucht im Herzen des himmlischen Vaters gegeben. Er war das vollkommene Opfer, das der Vater fordern musste und zugleich auch anerkennen konnte für die Sünden auf der Erde. Der Vater hat der Erde geantwortet, indem er sich schon während des irdischen Dienstes des Herrn Jesus Christus wiederholt öffentlich zu seinem Sohn auf der Erde bekannte, und indem er bis heute auf der Grundlage des Werkes seines Sohnes die verlorenen Sünder begnadigt und rettet.

In Hos 2,24 antwortet die Erde mit Korn und Most. Der Herr war das Weizenkorn, das in die Erde fiel (Joh 12,24), der große Jesreel, der große Same Gottes zur Aussaat (Bedeutung des Wortes). Er bringt viel Frucht auf der Erde, und die Erde gibt ihre Frucht zurück an den Herrn. Die Felder sind weiß zur Ernte, und der Herr wird seinen Weizen in die Scheune einbringen. Der große Jesreel hat nach seiner Himmelfahrt den Heiligen Geist auf die Erde gesandt. Er wohnt in allen Gläubigen.

Der Herr Jesus Christus hat alles miteinander versöhnt: Das was im Himmel ist und das was auf der Erde ist. Die Erde antwortet dem großen Jesreel, dem nun verherrlichten Herrn Jesus Christus. Der Heilige Geist bringt Frucht in den Gläubigen, nämlich das Öl der Heiligung, die Frucht des Geistes. Auch die Gläubigen legen ihr kleines Korn in die Erde, auch sie verlieren in ihrem Dienst für den Herrn bisweilen ihr Leben auf dieser Erde, um es in Christus auf ewig wiederzugewinnen. Durch ihren Dienst vermehrt sich der Weizen des Ackers Gottes. Sie sind die Reben am Weinstock, am Herrn Jesus Christus, und sie bringen ihm die kostbare Frucht des Weinstocks dar, den süßen Most. Und nun noch ein letztes Mal zurück zu Amos.

Die dritte Deutung der Verse 12-15 bezieht sich auf die Ewigkeit der neuen Schöpfung, welche der Herr bei seiner Auferstehung und Himmelfahrt geistlich gegründet hat, und welche er bei seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit sichtbar aufrichten wird. Alle geistlichen Segnungen, welche dem Volk Gottes schon heute geschenkt sind, werden dann auf einer wunderbaren und verherrlichten neuen Erde für immer und ewig in Wahrheit geoffenbart sein und von den Gläubigen in ihren verherrlichten Auferstehungsleibern in der Gemeinschaft mit dem Herrn praktisch gelebt werden. Dann wird das verherrlichte Volk Gottes in Ewigkeit Gemeinschaft mit seinem auferstandenen und verherrlichten Erlöser haben. Es wird keine Störung, keinen Feind und keinen Angreifer mehr geben. Sie werden aus dem ewigen Land, in welches der Herr sie eingepflanzt hat, niemals mehr herausgerissen werden. Vor dem Angesicht des Vaters und des Sohnes wird alles auf ewig vollkommen sein.

Off 22,20-21: „Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. – Ja, komm, Herr Jesus!
21 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.“

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