Der Christ schaut auf sich selbst

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Die Bibel zeigt uns das wirkliche Bild, welches Gott von dem Gläubigen hat, und welches demnach auch der Gläubige von sich selbst haben sollte.
 


Konservative Christen leiden sehr oft unter einem negativen Selbstbild. Verschiedene Faktoren sind dafür verantwortlich: 

Erstens: Eine negative Prägung durch falsche Erziehungsmethoden in der Kindheit von Gläubigen, welche aus unchristlichen Elternhäusern stammen und sich erst später bekehrt haben. Sie haben oftmals ein Defizit an Akzeptanz, Liebe und Ermutigung erlebt, welches bei der Bekehrung nicht einfach verschwindet. Solche Christen müssen in der Lehre des Wortes Gottes gegründet werden, um zu erkennen, wer sie in Gottes Augen sind. Und wenn sie es erkannt haben, dann müssen sie auch lernen, es zu glauben und zu leben.

Zweitens: Eine negative Prägung von solchen Christen, die aus gesetzlichen Christenfamilien stammen. Sie haben eine falsche Vorstellung von Gott als Vater gelernt und verinnerlicht. Das Leben in ihren Familien war nicht von der Gnade gekennzeichnet, sondern von gesetzlicher Unterwerfung unter Gebote und Verhaltensmuster in Gemeinschaften. Auch der Inhalt gewisser christlicher Lieder und der Schwerpunkt des Predigtdienstes in manchen Gemeinden können zur Entstehung eines negativen Selbstbildes führen. Hier sind gute Hirten gefordert, um betroffenen Geschwistern den biblischen Ausweg aus ihren Schwierigkeiten zu zeigen.

Andere Christen haben das umgekehrte Problem: Sie schweben sozusagen auf Wolke sieben und kommen nicht auf den Gedanken, dass ihr verantwortungsvoller und ernsthafter Wandel für Gott einen Wert hätte. Sie leben sorglos dahin, weil sie ja gerettet sind und weil Gott ihre Fehler nicht mehr sieht. Sie sehen keinen Sinn darin, nach ihrer „Bekehrung“ (was immer das auch gewesen sein mag) noch weiter nach ihrer Heiligung zu streben. Sie haben oftmals ein übersteigertes Selbstwertgefühl und stehen in der Gefahr, auf andere Geschwister und erst recht auf die unerretteten Menschen in der Welt herabzublicken. Ihr Christentum muss Spaß machen, und sie versammeln sich auch oftmals in solchen Gemeinden, in welchen ein möglichst spektakulärer Lobpreis und möglichst zahlreiche Events stattfinden. Letztlich suchen sie immer weiter nach äußerlich positiven Erfahrungen, ohne sich den wirklichen Problemen in ihrem Innern zu stellen. Viele dieser Christen sind kaum noch von den unbekehrten Weltmenschen zu unterscheiden.

Beide Haltungen sind einseitig und letztlich falsch. Die Bibel zeigt uns das wirkliche Bild, welches Gott von dem Gläubigen hat, und welches demnach auch der Gläubige von sich selbst haben sollte. Wir wollen diese gesunde christliche Selbstwahrnehmung nun bei einem der größten Zeugen des Herrn betrachten, nämlich bei dem Apostel Paulus. Was für ihn gilt, das gilt letztlich auch für uns, denn es ist zu unserer Belehrung aufgeschrieben worden.

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