Neues Testament

Der vorliegende Text hat es sich zum Ziel gesetzt, eine möglichst kurze und dennoch gedanklich folgerichtige Zusammenfassung des Buches zu geben.
 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Das erste Prinzip
     Abschnitt 1: Kapitel 1 bis 3
     Abschnitt 2: Kapitel 4 bis 7
     Abschnitt 3: Kapitel 8 bis 11
     Abschnitt 4: Kapitel 12 bis 14
     Abschnitt 5: Kapitel 15 bis 16
     Abschnitt 6: Kapitel 17 bis 19
     Abschnitt 7: Kapitel 20 bis 22
Das zweite Prinzip
     Kapitel 1
     Kapitel 2 und 3
     Kapitel 4 und 5
     Kapitel 6
     Kapitel 7
     Kapitel 8
     Kapitel 9
     Kapitel 10
     Kapitel 11
     Kapitel 12
     Kapitel 13
     Kapitel 14
     Kapitel 15
     Kapitel 16
     Kapitel 17 und 18
     Kapitel 19
     Kapitel 20
     Kapitel 21
     Kapitel 22

 

 

Einleitung

Auf unserer Website finden Sie verschiedene Texte über das Buch der Offenbarung. Diese Texte beleuchten unterschiedlichste Aspekte, bisweilen in längerer, bisweilen auch in kürzerer Form. Der vorliegende Text hat es sich zum Ziel gesetzt, eine möglichst kurze und dennoch gedanklich folgerichtige Zusammenfassung des Buches zu geben. Die Offenbarung wurde in biblischer Zeit den Zuhörern vorgelesen, da die meisten Christen weder lesen noch schreiben konnten. Sie sprach durch den Mund des Vorlesers als eine Erzählung Gottes zu den Hörern. Diese Erzählung enthielt und enthält noch immer alle Teile einer fortlaufenden und sinnvollen Darstellung der Pläne Gottes mit dieser Welt in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen des Herrn Jesus Christus.

Die Offenbarung ist somit nicht ein akademisches und unverständliches Bibelbuch über noch weit zukünftige Dinge, sondern das Buch der Bibel für den täglichen Wandel aller Gläubigen durch die Versuchungen und Verfolgungen der gegenwärtigen bösen Welt hindurch im Aufblick auf den Herrn im Himmel, der alles in seiner Hand hat. In dieser Betrachtung ist es ein Buch der Hoffnung und der Glückseligkeit für den Leser / den Zuhörer, wie es auch am Anfang und Ende des Buches betont wird (Prolog und Epilog). Was wir darin lesen, gilt für uns alle, und zwar Tag für Tag bis zur Wiederkunft des Herrn.

Verschiedene theologische Lehrsysteme haben den Versuch unternommen, das gesamte Buch der Offenbarung als eine zeitliche Abfolge von Ereignissen zu deuten, wobei sie sich nicht darüber einigen konnten, welche historischen Ereignisse tatsächlich beschrieben sind. Sie sind letztlich gescheitert. Der Futurismus ging sogar so weit, alle Ereignisse der Offenbarung ab Kapitel 4 der Zukunft (vgl. Futurismus) zuzuordnen. Ab Kapitel 4 hätten die Christen der Gegenwart demnach nichts mehr mit den beschriebenen Dingen zu tun.

Diese Betrachtungsweise scheitert vollständig am Wortlaut des Textes, wenn wir einmal betrachten, an welchen Stellen die Offenbarung in unterschiedlichen Formulierungen über die Wiederkunft des Herrn am Ende zum Weltgericht redet. Wir möchten diese Stellen nun nebeneinander anführen und den Leser des vorliegenden Textes bitten, sie selbst nachzulesen.

 

Off 1,7-8: „Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben; und es werden sich seinetwegen an die Brust schlagen alle Geschlechter der Erde! Ja, Amen.
8 Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.“

Off 2,5: „Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich rasch über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen, wenn du nicht Buße tust!“

Off 2,16: „Tue Buße! Sonst komme ich rasch über dich und werde gegen sie Krieg führen mit dem Schwert meines Mundes.“

Off 3,3: „So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße! Wenn du nun nicht wachst, so werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht erkennen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.“

Off 6,12-17: „Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete, und siehe, ein großes Erdbeben entstand, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der Mond wurde wie Blut;
13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine unreifen Früchte abwirft, wenn er von einem starken Wind geschüttelt wird.
14 Und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden von ihrem Ort weggerückt.
15 Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Heerführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge,
16 und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!
17 Denn der große Tag seines Zorns ist gekommen, und wer kann bestehen?“

Off 11,15-18: „Und der siebte Engel stieß in die Posaune; da ertönten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteilgeworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!
16 Und die 24 Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an
17 und sprachen: Wir danken dir, o Herr, Gott, du Allmächtiger, der du bist und der du warst und der du kommst, dass du deine große Macht an dich genommen und die Königsherrschaft angetreten hast!
18 Und die Heidenvölker sind zornig geworden, und dein Zorn ist gekommen und die Zeit, dass die Toten gerichtet werden und dass du deinen Knechten, den Propheten, den Lohn gibst, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und dass du die verdirbst, welche die Erde verderben!“

Off 14,14-20: „Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer, der glich einem Sohn des Menschen; er hatte auf seinem Haupt eine goldene Krone und in seiner Hand eine scharfe Sichel.
15 Und ein weiterer Engel kam aus dem Tempel hervor, der rief mit lauter Stimme dem zu, der auf der Wolke saß: Sende deine Sichel und ernte; denn die Stunde des Erntens ist für dich gekommen, weil die Ernte der Erde überreif geworden ist!
16 Und der auf der Wolke saß, warf seine Sichel auf die Erde, und die Erde wurde abgeerntet.
17 Und ein weiterer Engel kam hervor aus dem Tempel, der im Himmel ist, und auch er hatte eine scharfe Sichel.
18 Und ein weiterer Engel kam vom Altar her, der hatte Vollmacht über das Feuer; und er wandte sich mit lautem Ruf an den, der die scharfe Sichel hatte, und sprach: Sende deine scharfe Sichel aus und schneide die Trauben des Weinstocks der Erde ab, denn seine Beeren sind reif geworden!
19 Und der Engel warf seine Sichel auf die Erde und schnitt den Weinstock der Erde und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.
20 Und die Kelter wurde außerhalb der Stadt getreten, und es floss Blut aus der Kelter bis an die Zäume der Pferde, 1 600 Stadien weit.“

Off 16,15-21: „Siehe, ich komme wie ein Dieb! Glückselig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht entblößt einhergeht und man seine Schande sieht! –
16 Und er versammelte sie an den Ort, der auf Hebräisch Harmageddon heißt.
17 Und der siebte Engel goss seine Schale aus in die Luft; und es ging eine laute Stimme aus vom Tempel des Himmels, vom Thron her, die sprach: Es ist geschehen!
18 Und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze, und ein großes Erdbeben geschah, wie es dergleichen noch nie gegeben hat, seit es Menschen gab auf Erden, ein solch gewaltiges und großes Erdbeben.
19 Und die große Stadt wurde in drei Teile [zerrissen], und die Städte der Heidenvölker fielen, und Babylon, der Großen, wurde vor Gott gedacht, damit er ihr den Becher des Glutweines seines Zornes gebe.
20 Und jede Insel entfloh, und es waren keine Berge mehr zu finden.
21 Und ein großer Hagel mit zentnerschweren Steinen kam aus dem Himmel auf die Menschen herab, und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, weil seine Plage sehr groß war.“

Off 19,11-21: „Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt »Der Treue und der Wahrhaftige«; und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er.
12 Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst.
13 Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«.
14 Und die Heere im Himmel folgten ihm nach auf weißen Pferden, und sie waren bekleidet mit weißer und reiner Leinwand.
15 Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er die Heidenvölker mit ihm schlage, und er wird sie mit eisernem Stab weiden; und er tritt die Weinkelter des Grimmes und des Zornes Gottes, des Allmächtigen.
16 Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: »König der Könige und Herr der Herren«.
17 Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen; und er rief mit lauter Stimme und sprach zu allen Vögeln, die inmitten des Himmels fliegen: Kommt und versammelt euch zu dem Mahl des großen Gottes,
18 um das Fleisch der Könige zu verzehren und das Fleisch der Heerführer und das Fleisch der Starken und das Fleisch der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller, der Freien und der Knechte, sowohl der Kleinen als auch der Großen!
19 Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd sitzt, und mit seinem Heer.
20 Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen, und die sein Bild anbeteten; die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.
21 Und die Übrigen wurden getötet mit dem Schwert dessen, der auf dem Pferd sitzt, das aus seinem Mund hervorgeht, und alle Vögel sättigten sich von ihrem Fleisch.“

Off 20,7-15: „Und wenn die 1 000 Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden,
8 und er wird ausgehen, um die Heidenvölker zu verführen, die an den vier Enden der Erde leben, den Gog und den Magog, um sie zum Kampf zu versammeln, deren Zahl wie der Sand am Meer ist.
9 Und sie zogen herauf auf die Fläche des Landes und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel herab und verzehrte sie.
10 Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
11 Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde kein Platz für sie gefunden.
12 Und ich sah die Toten, Kleine und Große, vor Gott stehen, und es wurden Bücher geöffnet, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet gemäß ihren Werken, entsprechend dem, was in den Büchern geschrieben stand.
13 Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken.
14 Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod.
15 Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.“

Off 22,12-13: „Und siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden so zu vergelten, wie sein Werk sein wird.
13 Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte.“

Off 22,20: „Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. – Ja, komm, Herr Jesus!“

 

Wie wir erkennen, handelt es sich um 12 Stellen, welche von der Wiederkunft des Herrn am Ende zum Weltgericht reden (auch hier Vollständigkeit gemäß der Zahlensymbolik im Buch der Offenbarung). In Anbetracht der genannten Passagen ist es schlichtweg unmöglich, das gesamte Buch der Offenbarung in streng zeitlicher Abfolge zu deuten. Etliche Bibellehrer des 20. und 21. Jahrhunderts (William Hendriksen, Martyn Lloyd Jones, Dennis Johnson, Gregory Beale, Richard Phillips und weitere Autoren) haben die Frage nach einer alternativen Deutungsweise beantwortet. Wir möchten nun sehr kurz skizzieren, zu welchem Ergebnis sie in der Zusammenschau ihrer Arbeiten gekommen sind. Die Betrachtung der Offenbarung in der nun folgenden Weise macht das letzte Bibelbuch zum krönenden Abschluss der biblischen Prophetie und verankert es in der täglichen Lebensrealität jedes einzelnen Christen, bis der Herr wiederkommt.

 

 

Das erste Prinzip

Die Offenbarung besteht aus sieben parallel geschalteten Abschnitten, in welchen jeweils aus unterschiedlichen Blickwinkeln ein visionärer Überblick über das gesamte Zeitalter der Gemeinde zwischen dem ersten und zweiten Kommen Christi gegeben wird. In nahezu jedem Abschnitt redet der Herr über seine Wiederkunft, in manchen Abschnitten sogar mehr als einmal.

 

Abschnitt 1: Kapitel 1 bis 3

Der Herr als Richter der Welt, gestorben und auferstanden, ewig lebend. Der Kommende in all seinen Herrlichkeiten (bildlich dargestellt, nicht buchstäblich). Der Herr inmitten seiner Gemeinde. Die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden. Die geistlichen und praktischen Umstände des Volkes Gottes in der heutigen Zeit bis zum Kommen des Herrn am Ende des Zeitalters.

 

Abschnitt 2: Kapitel 4 bis 7

Der Herr auf dem Thron seit der Himmelfahrt. Seine Herrschaft über alles. Er erhält das Buch der Wege Gottes mit den sieben Siegeln und öffnet es. Die Siegel entsprechen den Prinzipien der Herrschaft des Herrn bis zu seiner Wiederkunft. Das Endgericht in Kapitel 6 mit der Wiederkunft. Die Gemeinde auf der Erde im Bild der Stämme Israels und die Gemeinde im Himmel im Bild der unzählbaren Schar aus allen Nationen der Erde in Kapitel 7.

 

Abschnitt 3: Kapitel 8 bis 11

Das siebte Siegelprinzip im Reich Gottes (Gott erhört das Gebet seiner Heiligen und handelt daraufhin) in Kapitel 8, ebenso die ersten Posaunen. Die praktische Machtausübung des Herrn unter den ersten sechs Posaunen als Warnung an die Ungläubigen unter den Nationen bis zum Ende von Kapitel 9. Die Ungläubigen kehren nicht um (9,21). Das weitere Zeugnis des Johannes (Ausblick auf die noch kommenden weiteren Kapitel des Buches bis zu seinem Ende) in Kapitel 10. Das Zeugnis der Gemeinde (die zwei Zeugen) unter Verfolgung in der Welt (Kapitel 11). Die letzte Posaune mit der Wiederkunft in 11,15-18.

 

Abschnitt 4: Kapitel 12 bis 14

Der Satan/der Drache/die Schlange in Kapitel 12, wie er den Herrn bei seinem ersten Kommen verfolgte. Der Herr entrückt in den Himmel. Der Satan aus dem Himmel geworfen nach der Himmelfahrt des Herrn. Dies ist schon längst Vergangenheit. Die geistliche Bindung Satans: Er kann die Gemeinde, die Frau in der Wüste, nicht vernichten. Die Christenverfolgung bis zum Ende des Kapitels und des Gemeindezeitalters. Die großen Werkzeuge Satans in dieser Verfolgung: Die beiden Tiere in Kapitel 13. Die bereits verherrlichten Heiligen des Gemeindezeitalters mit dem Herrn auf dem himmlischen Zionsberg in Kapitel 14. Sie wurden in Kapitel 7 auf der Erde an ihren Stirnen versiegelt und tragen nun in Kapitel 14 in der Herrlichkeit dieses Siegel. Das große Endgericht bei der Wiederkunft des Herrn im Bild der doppelten Ernte.

 

Abschnitt 5: Kapitel 15 bis 16

Die Heiligen im Himmel über den oberen Wassern des Firmaments, über dem gläsernen Meer in Kapitel 15. Sie blicken auf die richterliche Herrlichkeit des Herrn und kündigen mit ihm das Gericht an. Das Endgericht unter den sieben Schalen in Kapitel 16 mit der Wiederkunft des Herrn. Vergleichen Sie einmal das Ende von Kapitel 16 mit dem Ende von Kapitel 6, Kapitel 11 und Kapitel 14.

 

Abschnitt 6: Kapitel 17 bis 19

Die Beschreibung der Hure Babylon und ihr Gericht am Ende in Kapitel 17 und 18. Die Wiederkunft des Herrn in Kapitel 19, das Gericht über die beiden Tiere und über die gottlosen Menschen, das Festmahl für die aasfressenden Tiere bei der letzten großen Schlacht.

 

Abschnitt 7: Kapitel 20 bis 22

In Kapitel 20 der Sturz des Drachen/des Satans/der Schlange, wie bereits in Kapitel 12 gezeigt. Hier also nicht das Ende des Gemeindezeitalters, sondern der Anfang, ebenso wie Kapitel 12 über den Anfang geredet hat. Die „1000 Jahre“ des Gemeindezeitalters, wenn der Satan gebunden ist. Das Ende der „1000 Jahre“, wenn er für kurze Zeit losgelassen wird und die letzte weltweite Christenverfolgung (vielleicht die NWO, vielleicht auch nicht; niemand kann das wissen) inszeniert. Gog und Magog von den Enden der Erde wie in Kapitel 16 und in Hesekiel 38-39. Der große weiße Thron wie in Matthäus 25. Der Feuersee. Das neue Jerusalem und die neue Schöpfung in Kapitel 21 und 22. Der Epilog in Kapitel 22. Die Handlungslinie ist nicht nur parallel wie eben gesagt, sondern sie durchzieht auch wie ein roter Faden das ganze Buch. Das ist ein Wunder.

 

 

Das zweite Prinzip

Unter dem ersten Prinzip haben wir gesehen, wie das gesamte Gemeindezeitalter vom ersten bis zum zweiten Kommen des Herrn Jesus Christus aus sieben verschiedenen Blickwinkeln (oder unter sieben geistlichen Aspekten) betrachtet wurde. Diese sieben Blickwinkel bleiben nebeneinander bestehen während des gesamten Gemeindezeitalters.

Das zweite Prinzip bringt uns nun noch eine weitere Betrachtungsweise. Es zeigt uns auf, welche gedanklichen Verbindungen zwischen den sieben Untereinheiten des ersten Prinzips bestehen. Alle sieben Untereinheiten reihen sich harmonisch wie die Perlen auf einer Kette aneinander, so dass vom Anfang bis zum Ende des Buches ein durchgehender Gedankengang Gottes entsteht, welcher für den Leser bzw. Hörer des Textes nachvollziehbar wird. Die Offenbarung ist nicht nur eine Sammlung von sieben Visionen, sondern auch eine in sich geschlossene Geschichte des Handelns Gottes mit der Welt. Wir hoffen, dies nun zu erkennen, indem wir noch etwas mehr in die Details der einzelnen Unterabschnitte hineingehen und insbesondere bei den Übergängen zwischen den einzelnen Buchteilen die gedankliche Verbindung möglichst deutlich herausstellen. Es wird so eine verständliche Verbindung zwischen allen Buchteilen Gottes sichtbar werden, welche auch in unser persönliches Leben hinein spricht und das Buch der Offenbarung zu einer erfahrbaren Wirklichkeit in unserem eigenen Glaubensleben macht. Der Plan Gottes mit dieser Welt und für die Ewigkeit betrifft jeden einzelnen von uns, und zwar nicht nur in ferner Zukunft, sondern bereits hier und heute.

 

Kapitel 1

Der verherrlichte Herr im Himmel, von dem die Offenbarung durch den Engel zu Johannes kommt. Ein Blick auf die Erlösung durch das Blut und die Wiederkunft des Herrn am Ende als Alpha und Omega mit den Wolken des Himmels: „Glückselig wer da liest und bewahrt…“ (vgl. Off 1,3), denn die Zeit der Erfüllung ist nun (zur Zeit des Apostels!!) angebrochen. Ein Blick auf die alles verzehrende richterliche Herrlichkeit des Herrn im Himmel. Fürchte Dich nicht, Johannes! Der Herr inmitten der sieben Leuchter, welche die sieben Gemeinden sind (die sieben als Zahl der damals wirklich existierenden Gemeinden Kleinasiens, aber ebenso als symbolische Zahl für die Vollständigkeit und Vollkommenheit der Gemeinde Christi nach den Gedanken Gottes).

 

Kapitel 2 und 3

Der Zustand der Gemeinden Kleinasiens zur Zeit des Herrn. Die sieben geistlichen Charakteristika. Verlust der ersten Liebe trotz großer Aktivität (Ephesus). Weltliche Armut und Verfolgung bis zum Tod, großer geistlicher Reichtum, kein einziger Tadel vom Herrn (Smyrna, die Märtyrergemeinde). Eindringen der Weltprinzipien in die Gemeinde durch Manipulation und Infiltration (Pergamus). Liebe und Dienst, zugleich aber fehlendes geistliches Unterscheidungsvermögen mit Zulassung grober sexueller Unmoral in der Gestalt Isebels, die Tiefen Satans in der süßen Verführung durch die Sünde (Thyatira). Äußerlicher Anschein von Lebendigkeit, in Wahrheit jedoch geistlicher Tod (Sardes). Geistliche Reinheit, Liebe unter den Geschwistern, Bewahrung des Wortes, Zeugnis des Herrn, offene Türen für das Zeugnis, Bewahrung durch die Bedrängnis der baldigen Zukunft hindurch bis zur Ankunft des Herrn, ewige Verherrlichung (Philadelphia). Geistliche Lauheit, Weltlichkeit, Verachtung geistlicher Autorität, geistlicher Hochmut (3,17), nur wenige echte Bekehrungen, Wiederkunft des Herrn (3,20), Ausspeien der Lauen und Hochmütigen (Laodizea).

Insgesamt in diesen zwei Kapiteln ein Überblick von der ersten Ankunft bis zur Wiederkunft des Herrn, also über das gesamte Gemeindezeitalter. Jeder genannte „Gemeindetyp“ dieser Liste existiert bis zur Wiederkunft des Herrn, also auch in unserer Gegenwart. (Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Abfolge der Gemeinden ein prophetischer Kalender für den Ablauf des Gemeindezeitalters sei.) Auch bei einzelnen Christen kann man feststellen, wie sie persönlich vor dem Herrn stehen: Bin ich/bist Du einer/eine aus Ephesus? Aus Smyrna? Aus Pergamus, Thyatira, Sardes, Philadelphia, Laodizea? Jeder von uns sollte sich diese Fragen stellen. Eine weitere Frage lautet: Sind wir als Christen den Kräften und den vielgestaltigen Angriffen des Bösen in dieser Welt völlig schutzlos ausgeliefert, oder gibt es eine geistliche Realität hinter den sichtbaren Abläufen? Die Antwort kommt für die Zuhörer des vorgelesenen Buches der Offenbarung unmittelbar im nächsten Kapitel.

 

Kapitel 4 und 5

Johannes darf in den Himmel blicken (was mit einer Entrückung der Gemeinde an sich nichts zu tun hat). Eine Darstellung des himmlischen Thronsaales Gottes mit den Engeln, den lebendigen Wesen und den 24 Ältesten in Kapitel 4. Derr Herr ist in Kapitel 5 der Löwe aus Juda und das Lamm Gottes, der Sohn des Vaters, der Herr der Herren und der König der Könige. Er wird angebetet. Dies geschieht bereits seit 2000 Jahren, also auch heute in unserer Zeit! Er nimmt in Kapitel 5 das Buch der Pläne Gottes in seine Hand, und zwar unmittelbar nach seiner Thronbesteigung im Himmel. Was für eine Hoffnung könnten wir denn haben, wenn das Reich Gottes nicht in uns wäre, und wenn es nicht direkt aus dem Himmel vom Herrn selbst regiert würde? Der Herr sitzt im himmlischen Thronsaal, ihm entgeht nichts, ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Er hat alles in der Hand, und niemand kann seine Wege durchkreuzen.

 

Kapitel 6

Der Herr öffnet die Siegel des Buches. Wir müssen uns dieses Buch als eine Buchrolle vorstellen, denn so war es in der damaligen Zeit üblich. Die Siegel hielten die Buchrolle verschlossen. Sie standen wie eine Art Überschrift über dem Inhalt der Rolle. Die Buchrolle war erst offen, wenn das letzte Siegel geöffnet wurde. Erst dann erschloss sich der Inhalt, und die eigentliche Handlung konnte beginnen. Ganz ähnlich ist es heutzutage, wenn man auf einem Buch den Titel auf der Buchhülle liest. Alles was in dem Buch enthalten ist, läuft unter dem Titel und bezieht sich auf diesen Titel. Man muss dennoch zuerst das Buch aus der Klarsichthülle auspacken und den Deckel öffnen, bevor man den eigentlichen Inhalt lesen kann. Somit können wir sagen: Die sieben Siegel der Buchrolle in der Hand des Herrn beschreiben die geistlichen Überschriften oder Prinzipien des Handelns des Herrn in der Zeit zwischen seiner Himmelfahrt und seiner Wiederkunft. Gemäß diesen „Buchtiteln“ oder Grundsätzen richtet der Herr sein praktisches Handeln in der Welt bis zu seinem zweiten Kommen aus. Alle Welt (die Gläubigen und die Ungläubigen) hat unter diesen Prinzipien zu leben.

Die ersten vier Siegel zeigen uns die berühmten apokalyptischen Reiter: Der weiße Reiter (am ehesten der Sieg des Reiches Gottes und des Evangeliums in der Welt, in einer anderen möglichen Deutung vielleicht auch die Macht der sich als gut und gerecht darstellenden weltlichen Herrscher und ihrer „christlichen“ Reiche). Die übrigen drei Reiter: Krieg, Teuerung, Hunger, Seuchen, Tod. Das fünfte Siegel beinhaltet eine Frage: „Wie lange noch, Herr?“ Das sechste Siegel bringt die Antwort: „Bis zum Endgericht“ (vgl. Off 6,12-16) und endet mit einer weiteren Frage: „Wer kann am Tag des Zornes bestehen? Wird überhaupt irgendjemand dieses Gericht überstehen können?“ Diese Frage bewegt die Zuhörer des Gelesenen so sehr, dass sie die Antwort noch vor dem siebten Siegel erwarten.

 

Kapitel 7

Die Antwort für den Leser kommt dann auch unmittelbar als ein dazwischengeschaltetes visionäres Bild in Kapitel 7. Es sind zwei Gruppen von Menschen, die bestehen werden am Tag des Herrn: Erstens die Gläubigen auf der Erde, im Bild der symbolischen 144.000 des Israels Gottes nach dem Geist, der Gemeinde und zweitens die unzählbar große Menge der verherrlichten Gläubigen, die bereits vor dem Endgericht in den Himmel gegangen sind. Eine Vorausschau auf den ewigen Zustand am Ende von Kapitel 7. Die Worte erinnern an Kapitel 22,1-5.

 

Kapitel 8

In Kapitel 8 folgt – nach dem Intermezzo von Kapitel 7 – das siebte Siegel, also das letzte Prinzip der Gottesherrschaft in unserem Zeitalter der Gemeinde. Es ist das Handeln Gottes infolge der Gebete der Heiligen auf der Erde, welche wie Weihrauch zu seinem Altar aufsteigen! Gott erhört Gebet. Die sieben Siegel haben uns die Prinzipien des Handelns Gottes mit der Welt unter der Herrschaft des Herrn Jesus Christus gezeigt. Das Buch ist jetzt vollständig geöffnet! Hier geht nun der Herr von den Prinzipien unter den Siegeln zur Praxis unter den Posaunen über!

In der Welt geschehen zunächst unter den vier ersten Posaunen warnende Gerichte. Katastrophen aller Art am Himmel, auf der Erde und auf dem Meer. Gott bringt die Posaunen der Warnung als Gericht über die Ungläubigen der Welt, weil die Gläubigen zu ihm gebetet haben. Hast Du das schon einmal selbst erlebt? Ich habe es erlebt. Menschen, die mich stark bedrängt haben, wurden von Gott durch ein Posaunengericht gewarnt. Auch die Apostel und viele andere Geschwister kennen es.

 

Kapitel 9

Kapitel 9 bringt uns die fünfte und sechste Posaune. Unter der fünften Posaune sehen wir weltweite dämonische Manifestationen. Weltgeschichtlich betrachtet war dies immer der Fall in gewissen Kulturen und religiösen Systemen. Am Ende wird es weltweit in nie dagewesenem Ausmaß der Fall sein. Die ganze Menschheit mit Ausnahme der Gläubigen wird dem Satan dienen und gehorchen. Die sechste Posaune zeigt uns gewaltige kriegerische Auseinandersetzungen mit vielen Opfern unter den Menschen. In der Geschichte zunächst regionale Kriege, am Ende Weltkriege. Einige Überlebende lassen sich vielleicht noch warnen und können gerettet werden. Die Allermeisten kehren aber nicht um (9,21).

Auch im Leben einzelner Menschen kann das Gleiche geschehen. Zunächst haben wir alle in der Welt unter den Prinzipien zu leben, welche die Siegel uns zeigen. Ein Mensch kann durch diese Nöte entweder zur Umkehr gebracht werden und zum Glauben kommen, oder er kann sich immer weiter verhärten. Gott muss die Intensität seiner Züchtigung immer weiter steigern, um den Menschen mit den Konsequenzen seiner Sünde und mit seiner Ohnmacht als Geschöpf zu konfrontieren. Die Geretteten werden von Gott weitergeführt und zum ewigen Leben bewahrt. Die Unbußfertigen steigern ihre Gottlosigkeiten immer weiter, bis sie letztendlich in ihren Seelen so verschlossen sind, dass sie trotz aller Warnungen Gottes nicht mehr umkehren. Gott hat sie gesucht, aber sie haben sich nicht finden lassen und haben ihn auch selbst niemals gesucht. Dieser Lebensweg führt in ein gewaltsames Ende.

 

Kapitel 10

Johannes erhält aus der Hand das Büchlein (am ehesten die weiteren Worte der Offenbarung selbst, aber vielleicht auch das Zeugnis des Evangeliums bis zur Wiederkunft des Herrn Jesus Christus am Ende; somit hier geistlich gesprochen die Einleitung des Gemeindezeitalters mit der Möglichkeit der Errettung des Sünders bis zum Ende unter der Predigt der Zeugen Gottes). Hier auch eine verschlüsselte Rückschau auf Kapitel 1: Dort ging der Text der Offenbarung von Gott dem Vater zum Herrn Jesus Christus, von dort aus zum Engel des Zeugnisses, von dort aus in die Hand des Johannes, von dort aus zu uns Gläubigen. Das Wort ist süß beim Essen, denn die Botschaft ist Trost und Hoffnung. Es ist bitter im Magen, denn es verkündigt nicht nur Rettung, sondern auch Gericht und ewige Verdammnis. Außerdem bringt es den Zeugen Ablehnung und bittere Verfolgungen ein. Johannes muss nun noch weiter weissagen, nämlich die übrigen Kapitel des Buches. Es erhebt sich die Frage: Wie wird Gott dafür sorgen, dass das Wort der Rettung die Menschen in der Welt auch erreichen kann? Unter welchen Umständen wird das geschehen? Die Antwort ist wieder sehr dringlich, und sie kommt unmittelbar im nächsten Kapitel zu den Hörern.

 

Kapitel 11

Das Intermezzo zwischen der sechsten und siebten Posaune bringt uns das Zeugnis der Gemeinde bis zur Wiederkunft Christi, welches immer noch die Tür der Rettung anzeigt! Die Gemeinde der Gläubigen, welche uns in Kapitel 2 und 3 in ihren wechselvollen und oftmals demütigenden irdischen Umständen gezeigt worden ist, wird trotz dieser Umstände das Zeugnis ausrichten! Die Gemeinde als der Tempel des neuen Bundes. Die ewige geistliche Sicherheit der gläubigen Steine im Bild des vermessenen Heiligtums. Der Ort der Opferung der Märtyrer im Bild des Altars (thysiasterion) im Vorhof. Die Verfolgung der Gemeinde in der Welt im Bild der Zertretung des Vorhofs durch die Welt, die große Stadt (so auch bei Jesaja im AT). Das Zeugnis des Evangeliums in der Welt inmitten der Bedrängnisse und Verfolgungen im Bild der zwei Zeugen. „1260 Tage“ entsprechend den „dreieinhalb Zeiten“, den „42 Monaten“ und den „1000 Jahren“ des Gemeindezeitalters (siehe hierzu unseren Text: „Das biblische Millennium und die Endzeit“ unter www.dieletztestunde.de). Der Tod der zwei Zeugen (die Erstickung des Zeugnisses Jesu Christi) am Ende der Gemeindezeit, entsprechend der Loslassung des Satans für kurze Zeit am Ende der „1000 Jahre“ in Kapitel 20. Die sichtbare (nicht geheime) Entrückung der Gläubigen am letzten Tag (nicht sieben Jahre davor) im Bild der Himmelfahrt der zwei Zeugen. Die Wiederkunft des Herrn an diesem selben Tag unter der siebten Posaune (11,15-18). Die siebte Posaune ist das Ende, nachdem alle Warnungen unter den ersten sechs Posaunen nicht gefruchtet haben. Die Elemente dieser Posaune stimmen mit den Elementen der letzten Posaune in 1Kor 15 und der Posaune in 1Thess 4 überein. Es ist die gleiche Posaune.

 

Kapitel 12

Der Umschwung hinter die Kulissen. Die unsichtbaren Ursachen für die sichtbaren Vorgänge bis Kapitel 11. Hier kehrt der Geist Gottes genau in der Mitte des Buches zum Anfang des Gemeindezeitalters zurück, was eine chronologische Auslegung des Buches der Offenbarung unmöglich macht. Der Satan/der Drache/die Schlange, wie er den Herrn bei seinem ersten Kommen verfolgte. Der Herr entrückt in den Himmel. Der Satan aus dem Himmel geworfen nach der Himmelfahrt des Herrn. Dies ist schon längst Vergangenheit. Die geistliche Bindung Satans: Er kann die Gemeinde, die Frau in der Wüste, nicht vernichten. Die Christenverfolgung bis zum Ende. Der Satan verfolgt und tötet immer wieder einzelne Gläubige oder Gruppen von Gläubigen („die Übrigen ihres Samens“). Er versucht, die Gemeinde auf der Erde durch falsche Lehren und Philosophien („Wasser aus dem Maul des Drachen“) zu verführen und unbrauchbar zu machen. Die Gemeinde im Himmel ist sicher!

 

Kapitel 13

Die beiden Instrumente des Satans zur Verfolgung der Christen in der Welt. Das erste Tier, die politisch-militärisch-wirtschaftliche Macht der ungläubigen Welt. Gefangenschaft, Schwert, Tod, entsprechend den Prinzipien unter den Reitern. Ausharren und Überwindung. Das zweite Tier, die religiöse Macht der Ungläubigen. Sie verbindet sich mit dem ersten Tier und wird so zur gesamten Macht der Welt gegen die Christen: staatlich verordnete und religiös unterstützte Verehrung von Gewaltherrschern in der Welt mit Verfolgung der Christen unter diesen Regimen. Dies geschah während der gesamten Gemeindezeit und wird am Ende weltweit geschehen, wohl am ehesten durch einen weltweiten Gewaltherrscher kurz vor der Wiederkunft des Herrn.

 

Kapitel 14

Die verherrlichten Gläubigen der Jetztzeit. Sie wurden in Kapitel 7 an den Stirnen versiegelt, als sie noch auf der Erde lebten. Jetzt haben sie überwunden und stehen als Träger des Siegels Gottes mit dem Herrn auf dem himmlischen Zionsberg. Das Endgericht wird angekündigt und von den Engeln sowie vom Herrn selbst ausgeführt im Bild der doppelten Ernte der Erde. Der Sieg ist sicher trotz aller Drangsale und Verfolgungen der Zeugen Christi in unserer Zeit. Je dunkler es aussieht, desto näher ist die Rettung des Herrn.

 

Kapitel 15

Die himmlische Gemeinschaft der bereits gestorbenen und verherrlichten Gläubigen in Gemeinschaft mit der Engelwelt steht am gläsernen Meer (bildliche Darstellung der vollendeten Erlösung in der Rückschau auf das Bild der Erlösung am Roten Meer in 2Mo 15) und schaut durch die oberen Wasser und das Firmament nach unten auf die gerichtsreife Erde herab. Der Herr macht sich auf und tritt die Herrschaft an. Jubel im Himmel. Der Tempel im Himmel kann nun nicht mehr betreten werden, denn er ist erfüllt von der Heiligkeit Gottes. Jetzt gibt es auf der Erde keine Gnade mehr, sondern nur noch das Gericht.

 

Kapitel 16

Dies wird geschehen unter den Schalengerichten. Alle sieben Schalen kommen nacheinander im selben Kapitel. Hier gibt es kein Intermezzo mehr zwischen der sechsten und siebten Schale, wie dies bei den Posaunen der Fall war. Dies ist das Ende. Die Prinzipien Gottes unter den Siegeln kommen hier ebenso zur Vollendung wie die praktischen Warnungen unter den Posaunen. Alles wird zerstört, nicht nur ein Drittel. Am Ende von Kapitel 16 die letzte Schlacht, welche wir in Kapitel 19 und 20 wiederfinden, sowie der Hagel und das Erdbeben aus Kapitel 6. Die gottlosen Menschen gehen unter. Auch das Leben vieler Menschen in der Weltgeschichte ist so verlaufen: Zuerst Leiden in der Welt, doch trotz der Warnungen Gottes in ihrem Leben keine Umkehr, sondern Verhärtung, danach immer weitere Zunahme der Sünde im Leben, danach das gewaltsame Ende unter der richtenden Hand Gottes: Siegel, Posaune, Schale!

 

Kapitel 17 und 18

Die ausführliche Beschreibung der Hure Babylon, also der Verführungsmacht der Welt, welche die Gläubigen vom Herrn abziehen will und mit den grausamen Machthabern zusammenarbeitet. Prunk und Pomp der grausamen Systeme von politischer, militärischer, wirtschaftlicher und religiöser Machtausübung. Ihr Untergang am Ende. Die Verzweiflung der Weltmenschen, wenn der Glanz dieser Welt auf einen Schlag dahingeht im Gericht Gottes.

 

Kapitel 19

Die unmittelbare Schau der Wiederkunft des Herrn in allen Einzelheiten, was bereits vielfach zuvor angedeutet wurde. Hier das vollständige Bild. Das Ende der beiden Tiere. Die Übereinstimmung mit der großen Schlacht in Kapitel 16 und Kapitel 20.

 

Kapitel 20

Zurück zum Beginn des Gemeindezeitalters, genau wie zwischen Kapitel 11 (Endgericht) und Kapitel 12 (Geburt und Himmelfahrt des Herrn). Bindung des Satans und sein Absturz in 20,1-3, genau wie in Kapitel 12,7-12. Rekapitulation! Die Throne im Himmel mit den Seelen (nicht den Leibern) der auf der Erde enthaupteten Zeugen Jesu. Sie herrschen mit Christus im Himmel für „1000 Jahre“, also bis zum Ende des Gemeindezeitalters. Die Szene spielt sich im Himmel ab, nicht auf der Erde. Es ist weder die Rede von Israel, noch von Jerusalem, noch von Menschen im Fleisch auf dieser Erde. Wo soll hier ein irdisches Millennium stattfinden? Freilassung des Satans am Ende der „1000 Jahre“ des Gemeindezeitalters für kurze Zeit. Der Marsch Gogs und Magogs von den Enden der Erde gegen das Heerlager der Heiligen. Mit anderen Worten: Die letzte weltweit koordinierte Christenverfolgung durch die Könige der Erde unter der Führung des letzten und größten aller Antichristen der Geschichte. Ihre Vernichtung durch Feuer beim Kommen des Herrn nach 2Petr 3,10-12. Das Gericht vor dem großen weißen Thron. Der Feuersee für die Verlorenen.

 

Kapitel 21

Die neue Schöpfung. Das himmlische Jerusalem kommt aus dem Himmel herab auf die neue Erde und wird so zum neuen Jerusalem. Es ist die Gemeinde aller gläubigen und erretteten Menschen der Weltgeschichte, welche die neue Erde in der Gegenwart des Herrn auf immer und ewig bewohnen wird. Wir werden nicht auf ewig „harfend zwischen den Wolken schweben“, sondern wir werden auf der neuen Erde leben in unvorstellbarer Herrlichkeit. Wir werden allen Gläubigen begegnen, ohne Ermüdung bis in die Zeitalter der Zeitalter hinein dem Herrn freudig dienen und Ihn anbeten. Der Herr wird da sein, er wird strahlen vor Schönheit, Herrlichkeit, Liebe und Freude. Das Herz des Vaters wird für immer und ewig völlig gestillt sein und von Freude und Liebe überströmen. Ist das nicht viel wunderbarer? Wir werden nicht harfen und schweben, sondern dienen und leben. Die ausführliche Beschreibung der Gemeinde in all ihrer Herrlichkeit. Kein buchstäblicher Würfel von 2100 km Kantenlänge (wie schrecklich kalt und leblos), sondern geistlich gesprochen 12 mal 1000 symbolische Stadien in jeder Richtung, das ist dreifach vollständige (10 mal 10 mal 10 = 1000) Rettung und Heiligkeit sowie Vollständigkeit des ganzen Volkes Gottes (12 Stämme Israels im AT, 12 Apostel im NT). 12 Apostel in den Grundsteinen (die Apostel haben den Bau der Gemeinde aus dem Eckstein Jesus Christus heraus angefangen), 12 Namen der Stämme Israels (auch hier eine symbolische Aufzählung in veränderter Reihenfolge gegenüber dem Alten Testament, denn die Gemeinde ist das Israel nach dem Geist Gottes, entstanden aus dem irdischen Israel durch die Apostel und die Urgemeinde und in Ewigkeit neben den Nationen auch zahlreiche Juden enthaltend). Die geistlichen Herrlichkeiten der Gemeinde, die Edelsteine im Brustschild des großen Hohenpriesters, des Herrn selbst.

 

Kapitel 22

Der Strom des Lebens in Vollendung des Stromes aus Hesekiel 47. Der Baum des Lebens, der Leuchter, die vollkommene Menora, das Lamm: Der Herr inmitten der Gläubigen auf ewig. Der Epilog mit den letzten Ermahnungen: Die Heiligung. Zum letzten Mal die Ankunft des Herrn. (Wie oft soll diese Ankunft eigentlich bei chronologischer und buchstäblicher Deutung der Offenbarung im Futurismus und im Dispensationalismus in der Realität geschehen?) Die letzten Warnungen. Der Morgenstern. Vers 14: Die Wiederholung von Kapitel 1,3. Johannes sagt hier noch einmal: „Ich habe euch jetzt alles geschrieben. Bald beginnen alle diese Dinge, so wie ich es bereits zu Anfang gesagt habe, und sie enden erst bei der Wiederkunft des Herrn. Lest sie! Bewahrt sie auf eurem Weg durch die Welt! Gebt sie weiter an die kommenden Generationen der Geschwister bis zum Ende. Haltet fest! Harrt aus, ich komme bald!“ Komm, Herr Jesus! Die Gnade ist mit uns bis zum Ende, bis zu diesem Tag. Sie trägt uns durch. Da kann man eigentlich nur noch sagen: „Hört auf, ihr Dispensationalisten und Futuristen, und lernt von den einfachen Christen!“

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